Schon mit meinen ersten Fotoschritten – also noch weit im vorigen Jahrtausend zurück – habe ich gelernt, alle Einstellungen an der Kamera per Hand vorzunehmen. Ok, an den von mir verwendeten Apperaten gab es keine andere Möglichkeit. Hätte ich damals schon die Option Automatik gehabt, würde ich heute vielleicht anders fotografieren.
Heute, ein viertel Jahrhundert später, sind die technischen Möglichkeiten viel größer und ausgereifter. Wenn ich mir so anschaue, welche Programmvarianten meine Kamera erlaubt, dann ist das schon sehr beeindruckend. Doch trotzdem fotografiere ich ausschließlich Manuell. Zum einen liegt dies darin begründet, dass ich die genaue Kontrolle über alle Variablen haben möchte, die meine Fotos beeinflussen und nie im Hinterkopf haben will, dass mich eventuell die Technik gerettet hat. Ich will die volle Verantwortung für das Ergebnis haben.
Zum anderen erschließen sich mir in keinster Weise die Vorteile der Automatik. Das Problem liegt darin, dass kein Belichtungsmesser unterscheiden kann, ob das Licht, welches er misst von einer weißen Fläche bei wenig oder von einer schwarzen Fläche bei viel Beleuchtung reflektiert wird. Daher nimmt jeder Belichtungsmesser an, das einfallende Licht kommt von einer genormten grauen Fläche. Wer schon mal in der Realität war, der weiß, dass es recht wenige Flächen gibt, die ein Normgrau besitzen.
Für die Programmautomatik heißt das nun, dass sie von einer ungenauen Lichtmessung ausgehen muss. Dieser gemessene Wert bestimmt nun aber, welche Einstellungen je nach Automatikprogramm vorgenommen werden. Wenn ich also mit Programmautomatik fotografiere muss ich bei jeder Aufnahme im Hinterkopf haben, dass die Sensoren Normgrau wollen. Als Fotografierer will ich jedoch in den seltensten Fällen ein derartiges Bild. Und nun muss ich selber den Unterschied der realen Szene zum Normgrau “berechnen” und als Belichtungskorrektur eingeben. Bei jedem Bild muss ich aufpassen, ob sich der Grauwert der vom Belichtungsmesser erfassten Objekte nicht von denen im vorhergehenden Bild unterscheidet (weil dann muss ich die Korrektur ja neu einstellen).
Dieses Vorgehen ergibt für mich keinen Sinn. Wenn ich fotografiere, dann stelle ich meine Kamera in einer neuen Situation/Umgebung für die vorherschende Lichtsituation manuell ein. Als ersten Anhaltspunkt nutze ich den Belichtungsmesserwert und korrigiere die Belichtung solange, bis die Ergebnisse auf dem LCD (oder Histogramm) meinen Wünschen entsprechen. Und ab dann kann ich z. B. in einem Raum helle und dunkle Flächen fotografieren, ohne mir jedes mal Gedanken zu machen, wie ich denn nun die Belichtungskorrektur einzustellen habe. Alle paar Bilder kontrolliere ich, ob die Einstellungen noch stimmen (das Licht kann sich leicht geändert haben, ohne das es aufgefallen wäre). Prinzipell habe ich so weniger Arbeit, als mit der Automatik – was absurd ist, weil die Automatik ja eigentlich dafür gedacht ist, die Arbeit zu erleichtern.
Hat jemand von euch andere Vorgehensweisen oder kann mir die Programmvorteile irgendwie plausibel erklären?
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Als Fotos habe ich mal zwei uralte Bilder herausgekramt. Leider habe ich derzeit keine größeren Scanns. Die Dateien sind irgendwo sicher gespeichert, nur halt an einer Stelle, wo ich sie gerade nicht finde. Beides sind Aufnahmen mit Selbstauslöser. Somit waren recht viele Versuche nötig, in etwa die Fotos von mir im Flug hinzubekommen, die ich mir ausgedacht hatte.