Heute will ich euch einen Einblick in meine derzeitige Leseecke geben. Ich lese derzeit mehrere sehr interessante Bücher und diese müssen einfach mal lobend erwähnt werden.
Okay, man soll eigentlich nur ein Fachbuch auf einmal lesen. Ich bin jedoch etwas anders, was dies betrifft. Zum einen lese ich sehr langsam (ca. Sprechtempo), was ein Nachteil ist, wenn man die Lesemenge betrachtet. Es ist jedoch ein riesiger Vorteil, weil ich gleichzeitig einen überdurchschnittlichen Anteil des Gelesenen auch behalte. Ich kann mich meist noch Jahre im Nachhinein an die wichtigsten Fakten korrekt erinnern (jedoch geht mir das Erinnern an Buchtitel und Autoren oder dergleichen ab … ich finde also die Quelle nicht, weiß aber den Inhalt noch recht genau). Zum anderen lese ich Bücher Etappenweise. Meist lese ich einige Seiten in einem Fachbuch und lege es dann zur Seite. In meinem Kopf brüten dann die Informationen und werden (das ist meine Vermutung) einsortiert und in das Netzwerk meines Wissens eingeflochten :) Nach ein paar Stunden, Tagen oder Wochen macht es dann irgendwie klick und ich bin bereit für neue Infos zu dem Thema. Doch nun zu den aktuellen Büchern.
„Vision and Art. The Biology of Seeing“ von Margaret Livingstone. Wie der Titel verrät („Wahrnehmung und Kunst. Die Biologie des Sehens“) geht es darum, wie das Sehen funktioniert und wieso wir so sehen wie wir sehen. Von der Zelle im Auge über die Informationsverarbeitung hin zum Gehirn wird der Sehprozess und die einzelnen Besonderheiten in Beziehung zur Kunst gesetzt und Effekte und Strömungen anhand der Wahrnehmungsvorgänge erläutert. Gerade das Sehen von Farbe und Form fasziniert mich – wie ich aber allgemein von diesem Buch überaus begeistert bin. Da es auf Englisch geschrieben ist, sollte man sich schon recht gut mit Fachbegriffen aus Wissenschaft und Kunst auskennen, um es lesen zu können. Die Texte sind teilweise recht anspruchsvoll und hin und wieder sehr tiefgründig – jedoch die Erkenntnisse daraus sind den Aufwand (für mich) auf alle Fälle wert. Zu einigen besonders interessanten Punkten werde ich bei Gelegenheit auch etwas schreiben. (Ich bin jetzt knapp bei der Hälfte angekommen.)
„The Power of Personal Storytelling. Spinning Tales to Connect with Others” von Jack Maguire. Ein Buch, in dem ich schon eine lange Zeit immer wieder einmal lese. Es zeigt auf, wie persönliche Geschichten Halt und Richtung im Leben geben können und wie man eine gute Geschichte findet, aufbaut und erzählt. Anhand von Übungen lernt man Schritt für Schritt mit. Ich bin jetzt etwas über die Hälfte durch und denke, dass sich schon einige Sichtweise bei mir geändert haben und ich jetzt bewusster Geschichten erzähle, um mit anderen zu kommunizieren. Auch für die Fotografie kann ich mir einige Dinge ableiten, da mit Fotos auch Geschichten erzählt werden oder zumindest kommuniziert wird.
„Drawing for the Artistically Undiscovered“ von Quentin Blake und John Cassidy (gibt es in Kürze auch auf Deutsch: „Zeichnen für verkannte Künstler“). Ich habe dieses Buch von der Sekunde an in mein Herz geschlossen, als ich es zum ersten Mal bei einer Freundin auf italienisch hab rumliegen sehen. Seit ein paar Tagen habe ich es nun auf Englisch und ich liebe es nun noch viel mehr! Es ist ein Buch fürs Zeichnen lernen (oder wieder lernen) – und das im Stil eines Kinderbuchs für Erwachsene. Die Texte und Zeichnungen (alle zum Mitzeichnen und vervollständigen) führen einen vom Kriekelkrakeln zu leicht komplexen Zeichnungen. Und auf jeder Seite gibt es viel zu Lachen und es macht einfach nur Spaß, Spaß, Spaß! Das Buch kommt mit 3 guten Stiften, viel Platz für die eigenen Zeichnungen und jeder Menge Motivation. Ich habe gerade erst angefangen, aber bald werdet ihr sicherlich neue Zeichnungen von mir ertragen müssen ;)
„How to be an Explorer of the World“ von Keri Smith. Das Buch habe ich auch erst seit einigen Tagen und erst angefangen, aber wir sind gleich von Beginn an gute Freunde geworden ;) Es geht in dem Buch darum, dass man seine Umwelt viel genauer wahrnimmt und entdeckt (wie der Titel schon sagt: „Wie wird man ein Welterforscher“). Auch hier geht es wieder um eins meiner Lieblingsthemen – die Parallelen in Wissenschaft und Kunst (die keine Feinde, sonder viel mehr Gleichgesinnte sind). Es geht ums Finden, Beobachten, Sammeln, „Dokumentieren“ und Neugierde allgemein. Gerade als Fotografierer kann man sich jede Menge Ideen herausziehen und seine Entdeckungstouren um viele Dimensionen erweitern, was sich zwangsläufig auf die eigene Fotografie auswirkt. Ich denke, auch hier werde ich im Laufe der Zeit einige Anregungen weitergeben und den einen oder anderen Artikel zu schreiben.
Soviel zu meiner Leseecke. Falls jemand Fragen zu den Büchern hat, dann stellt sie einfach – ich werde sie gern beantworten. Einige davon gibt es auch auf Deutsch – da weiß ich jedoch nicht, wie die Übersetzungen ausgefallen sind. Vom Inhalt her kann ich die Bücher nur wärmstens empfehlen und vielleicht ist für den einen oder anderen von Euch ja was dabei :)
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In den letzten Tagen hatte ich Besuch von einer lieben Freundin und ihrer Freundin. Wir haben einige Stunden im Park Fotos gemacht und es war total lustig :) In den nächsten Tagen wird es einige Fotos anzuschauen geben. Heute mal nur ein erstes als Appetithappen :)

Caro und Wiebke