Posts Tagged ‘Makrofotografie’

Wer hätte das gedacht?

Sonntag, 15. Mai 2011 - Torsten Winkler

Man sollte es kaum glauben, doch ich kann auch mal über meinen Schatten springen. Wer mich kennt weiß, dass es mich schon einiges an Überwindung gekostet hat. Ich habe gestern tatsächlich eine kleine Springspinne fotografiert. Also nicht nur mal kurz geknipst, sondern richtig intensiv. Obwohl, die meiste Zeit hatte ich mit den Lichtverhältnissen zu kämpfen. Ich werde nun aber kein Spinnenfreund werden – dafür hatten wir bisher zuviele negative Zusammentreffen. Die kleine Springspinne ist eine kleine Ausnahme, da sie erstens winzig ist und lustig herumhüpfen kann (wenn man ihr zu nahe kommt). Und zweitens wohnt sie am Insektenhotel und unterstützt mich ein klein wenig im Kampf gegen Schädlinge. Den Bienen kann sie sowieso nichts anhaben.

Bei der ganzen Aktion habe ich sogar etwas dazu gelernt. Ich wusste zwar schon, dass Spinnen 2 Augenpaare haben – die kann man meist auch ganz gut erkennen. Nun habe ich auch noch ein weiteres Augenpaar am “Hinterkopf” gefunden (auf dem Foto schaut ein Auge links oben, neben den 4 Augen vervor). Die Vergrößerung meines Setups war wieder 3:1 und das Bild ist circa zur Hälfte beschnitten.

Unterwegs im Blumenstrauß

Montag, 25. April 2011 - Torsten Winkler

Vor ein paar Tagen wurde ich mit einem wunderschönen Frühlingsblumenstrauß überrascht und habe mir gleich mal ein Loch in den Bauch gefreut :) Und da meine Jagdgründe derzeit im Tal der Blütenfotos liegen, musste ich die frische Fährte natürlich gleich aufnehmen. Einige Schüsse später konnte ich meine Beute ins Lager zurücktragen und mich ans Ausweiden machen. Die Filetstücke wurden überm schwarzweiß-Feuer gebrutzelt und schnell war angerichtet und der Festschmaus konnte beginnen …

Ich hatte die Blüten gleich mit der Vorgabe, dass Schwarzweißfotos entstehen sollen fotografiert. Um es mir einfacher zu machen nicht im Farbrausch unterzugehen, habe ich meine Kamera per Picture Style auf einen Schwarzweiß-Stil eingestellt (da ich RAWs aufnehme wird dadurch nur das Vorschaubild auf dem LCD in sw angezeigt, die Bilder bleiben aber in Farbe). Dadurch konnte ich am LCD gleich unterschiedliche Farbfilter und Kontrasteinstellungen testen [ich gehe an dieser Stelle mal nicht auf die Details ein].

Diesmal bin ich etwas tiefer als sonst in die Makrowelt eingetaucht, da ich zum ersten mal für einen Teil der Aufnahmen mein 24 mm-Pentax-Objektiv in Retrostellung (plus Zwischenringe) eingesetzt habe. Aus meinen Tests weiß ich, dass der resultierende Vergrößerungsfaktor bei etwa 5:1 liegt (1 mm in der “Realität” werden auf dem Sensor 5 mm groß abgebildet). [Retrostellung bedeutet, dass man ein Objektiv mittels Adapter verkehrt herum an die Kamera schraubt - gerade bei Weitwinkelobjektiven bringt das extreme Vergrößerungsfaktoren] Daher sind bei einigen Bilder auch schon die Zellen bei den Blüten zu erkennen.

Schwarzweiß – die andere Farbe

Samstag, 23. April 2011 - Torsten Winkler

Ich bin ja in einer Schwarzweißwelt aufgewachsen. Nicht das wir im Osten keine Farben hatten – auch bei uns war das Gras grün (wenn es frisch war) und die Blumen bunt. Aber bis kurz nach der Wende waren Farbfernseher eher eine Ausnahmeerscheinung und so war meine Fernsehwelt grau. Zeitungen, viele Bücher … auch Zeitschriften – Schwarzweiß war viel präsenter als nach der Wende.

Doch eigentlich wollte ich auf meine Fotowelt eingehen. Als ich meine erste Kamera bekam, war Farbfilm noch etwas seltener und umständlicher zu entwickeln. Daher habe ich von meinem Taschengeld die guten alten Schwarzweißfilme gekauft und entwickeln lassen (beim Fotografen gegenüber). Als ich später in der Foto-Arbeitsgemeinschaft an unserer Schule mitmachte, hatten wir ein kleines Schwarzweißlabor. Und noch später, als ich in Amerika an Fotokursen teilgenommen habe, waren zwei davon mit Schwerpunkt Schwarzweiß-Dunkelkammer.

Ich habe für gute Schwarzweißfotos immer einen Platz in meinem Herzen frei. Ganz sicher ist aber, dass die Mehrzahl aller Fotos, die sich auf Graustufen beschränken nicht zu dieser Kategorie gehören. Auch ist an Schwarzweißfotografie nichts elitäres oder künstlerisch wertvolleres als an Farbfotografie. Ein Foto wird nicht dadurch gut, das man es in Schwarzweiß umwandet. Doch das nur am Rande.

Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich schon mal angekündigt, dass ich mich mehr der Schwarzweißfotografie widmen will. Das hat für mich persönlich einen nostalgischen Hintergrund, der mich an meine ersten Fotos zurückerinnert. Doch eigentlich an sehr viele Momente, die ich mit Fotografie verbracht habe.

Es gibt übrigens auch einen biologischen Grund, warum Schwarzweißfotos eine andere Wirkung auf uns haben. Beim Sehen von reinen Graustufenbildern wird ein Teil unseres Sehsystems komplett außen vor gelassen. Das Farbsehen ist unfähig uns Informationen zu liefern und wir sind ausschließlich auf unser Kontrastsehen (Hell-/Dunkelsehen) angewiesen. Dieses ist extrem präsziese im Erkennen von Konturen, etwas, dass dem Farbsehsystem nicht wirklich gelingt. Und da wir keine “verschwommenen” Farbinformationen zu verarbeiten haben, stechen die Konturen (z. B. die Schärfe) mehr heraus und es kommt zum klareren Bildeindruck.

Für meine fotografischen Schwarzweißübungen habe ich mir nun gleich mal ein recht schweres Thema gewählt – Blüten. Der klarere Eindruck stellt sich hier zwar nicht so deutlich ein, weil die Bilder im Makrobereich mit recht enger Schärfentiefe gemacht wurden, aber ich finde, die Wirkung schon recht gut. Die Herausforderung ist in meinen Augen, das Blütenfotos vor allem von Farbe leben und wenn man sie dieser Hauptwirkung beraubt, dann muss man anders an die Bilder herangehen. Heute gibt es einen kleinen Einstieg zu sehen, weitere Bidler sind in der Bearbeitung.

Da bleibt mir nur noch euch ein schönes Osterfest zu wünschen und das ihr die Zeit und das schöne Wetter nutzt. Am besten natürlich zum Fotografieren ;)

Mauerbienenflugmakros (II)

Dienstag, 29. März 2011 - Torsten Winkler

Heute will ich nun die besten meiner Mauerbienenfotos zeigen. Wie schon erwähnt sind diese Fotos alle im Makrobereich (zwischen 1:1 und 1:3) aufgenommen und zeigen die Bienen im Flug. Ohne Tricks und ohne das auch nur eins der Tiere dabei Schaden genommen hat (ist für mich selbstverständlich, doch ich will es auch mal gesagt haben). Ebenfalls zur Erinnerung möchte ich sagen, dass für die gezeigten Fotos ein recht großer Aufwand von mir betrieben wurde – 2.500 Aufnahmen an einem Tag. Unglaublich viele waren Fehlschüsse – wie man sich leicht vorstellen kann. Ein großes “Geheimnis” für die Fotos ist, dass ich den Mauerbienen eine Nistmöglichkeit geschaffen habe, die für sie ziemlich optimal ist und gleichzeitig habe ich dabei auch daran gedacht, wie ich sie dann am besten fotografieren kann. Sozusagen eine besondere win-win Situation.

Auch wenn einige nicht ganz perfekt scharf sind, so gehören diese Mauerbienenflugmakros zu den Fotos, auf die ich am meisten stolz bin. Am besten gefallen mir die Bilder, auf denen sich die Männchen “prügeln” (Nr. 9, 11, 13, 14 und 15). Obwohl … irgendwie gefallen mir alle dieser Bilder am besten ;) Und ich werde auch eine ganze Reihe an Abzügen machen lassen – mal sehen ob ein paar ganz große Formate dabei rausspringen. Zu Beginn werde ich ca. 20 x 30er machen, um die Qualität zu prüfen und wo es ok aussieht versuch ich dann auch größere. Die Megapixelzahlen der Bilder habe ich ja wieder angegeben – da könnt ihr euch ausmalen, wie groß die werden könnten ;)

Mauerbienenflugmakros (I)

Donnerstag, 24. März 2011 - Torsten Winkler

Heute zeige ich euch die nächsten Mauerbienen. Um gleich mal die Situation bei den Aufnahmen zu verdeutlichen, habe ich eins meiner vielen Videos (die ich noch zusammenschneiden will, wenn ich mal die Zeit dafür finde) unbearbeitet online gestellt (Wessen Rechner es zulässt, der kann sich das Video auch in Full-HD ansehen):

Zu sehen sind die Mauerbienenmännchen, die vor einer Brutröhre herumschwirren und darum kämpfen, möglichst lange am Loch die Stellung halten zu können. Dabei liegt der Makro-Vergrößerungsfaktor zwischen 1:1 und 1:2. Und für die Experten unter uns – versucht euch einfach mal vorzustellen, den Film würdet ihr im Sucher sehen und nun müsstet ihr den Moment abpassen, um eine Biene im Flug halbwegs scharf zu erwischen. Es ist nicht wirklich möglich mit ein oder zwei Aufnahmen da ein sinnvolles Bild zu erhalten – falls jemand einen sicheren Weg kennt – mir bitte unbedingt eine Nachricht hinterlassen! ;) Doch nun zu den nächsten Bildern. An meine Lieblingsfotos arbeite ich mich in den nächsten Tagen heran …

Die Bilder sind Ausschnitte (7 bis 9 Megapixel) aus den Originalen (21 Megapixel). Das extreme Rauschen habe ich wieder mit Define weg gearbeitet (die Hauptbiene ist anders entrauscht als der Rest – der ist quasi glatt gebügelt).

Foto Nr. 3 ist mir eigentlich zu unruhig, um es als Foto der einen Biene zu betrachten. Doch irgendwie finde ich die Kombination der Köpfe und Augen interessant und irgendwie bedrohlich. In Kombination mit den ganzen Videos, die ich in den letzten Tagen durchgesehen habe, gab es echt Momente, wo mir die Bienen unheimlich geworden sind. Und dabei mag ich sie nun wirklich. :)