Ich bin ja in einer Schwarzweißwelt aufgewachsen. Nicht das wir im Osten keine Farben hatten – auch bei uns war das Gras grün (wenn es frisch war) und die Blumen bunt. Aber bis kurz nach der Wende waren Farbfernseher eher eine Ausnahmeerscheinung und so war meine Fernsehwelt grau. Zeitungen, viele Bücher … auch Zeitschriften – Schwarzweiß war viel präsenter als nach der Wende.
Doch eigentlich wollte ich auf meine Fotowelt eingehen. Als ich meine erste Kamera bekam, war Farbfilm noch etwas seltener und umständlicher zu entwickeln. Daher habe ich von meinem Taschengeld die guten alten Schwarzweißfilme gekauft und entwickeln lassen (beim Fotografen gegenüber). Als ich später in der Foto-Arbeitsgemeinschaft an unserer Schule mitmachte, hatten wir ein kleines Schwarzweißlabor. Und noch später, als ich in Amerika an Fotokursen teilgenommen habe, waren zwei davon mit Schwerpunkt Schwarzweiß-Dunkelkammer.
Ich habe für gute Schwarzweißfotos immer einen Platz in meinem Herzen frei. Ganz sicher ist aber, dass die Mehrzahl aller Fotos, die sich auf Graustufen beschränken nicht zu dieser Kategorie gehören. Auch ist an Schwarzweißfotografie nichts elitäres oder künstlerisch wertvolleres als an Farbfotografie. Ein Foto wird nicht dadurch gut, das man es in Schwarzweiß umwandet. Doch das nur am Rande.
Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich schon mal angekündigt, dass ich mich mehr der Schwarzweißfotografie widmen will. Das hat für mich persönlich einen nostalgischen Hintergrund, der mich an meine ersten Fotos zurückerinnert. Doch eigentlich an sehr viele Momente, die ich mit Fotografie verbracht habe.
Es gibt übrigens auch einen biologischen Grund, warum Schwarzweißfotos eine andere Wirkung auf uns haben. Beim Sehen von reinen Graustufenbildern wird ein Teil unseres Sehsystems komplett außen vor gelassen. Das Farbsehen ist unfähig uns Informationen zu liefern und wir sind ausschließlich auf unser Kontrastsehen (Hell-/Dunkelsehen) angewiesen. Dieses ist extrem präsziese im Erkennen von Konturen, etwas, dass dem Farbsehsystem nicht wirklich gelingt. Und da wir keine “verschwommenen” Farbinformationen zu verarbeiten haben, stechen die Konturen (z. B. die Schärfe) mehr heraus und es kommt zum klareren Bildeindruck.
Für meine fotografischen Schwarzweißübungen habe ich mir nun gleich mal ein recht schweres Thema gewählt – Blüten. Der klarere Eindruck stellt sich hier zwar nicht so deutlich ein, weil die Bilder im Makrobereich mit recht enger Schärfentiefe gemacht wurden, aber ich finde, die Wirkung schon recht gut. Die Herausforderung ist in meinen Augen, das Blütenfotos vor allem von Farbe leben und wenn man sie dieser Hauptwirkung beraubt, dann muss man anders an die Bilder herangehen. Heute gibt es einen kleinen Einstieg zu sehen, weitere Bidler sind in der Bearbeitung.
Da bleibt mir nur noch euch ein schönes Osterfest zu wünschen und das ihr die Zeit und das schöne Wetter nutzt. Am besten natürlich zum Fotografieren ;)