Wie erstellt man ein Colorkey-Foto?
- Man nimmt eines seiner langweiligsten Fotos und versucht es irgendwie aufzupeppen.
- Wenn das alles nicht funktioniert, versucht man die Schwarzweißumwandlung mit der Standardkonvertierung, da Schwarzweißfotos ja immer toll aussehen.
- Natürlich ist das Foto dann noch langweiliger als in Farbe und so bleibt nur die letzte Rettung: Man nutzt Colorkey! Das macht aus jedem Foto garantiert ein Kunstwerk. Daher schnell ein uninteressantes Detail – auf keinen Fall aber das Hauptmotiv! – nochmal kräftig mit Farbe einschmieren. Das hängt Mutti dann auch an den Kühlschrank.*
Grundvoraussetzung für diese Technik ist als allererstes, dass man blutiger Fotoanfänger ist. Das Fehlen von ästhetischem Feingespür und des Sehvermögens helfen auch noch ungemein. Ok, Sarkasmus beiseite. Es ist offensichtlich – ich finde Colorkey abgrundtief hässlich. Nun ist das nicht nur meine persönliche Ansicht, sondern ich habe auch fachliche Gründe dafür.
Von etwa tausend Colorkey Fotos, die man zu sehen bekommt, ist maximal eins dabei, wo der Effekt eine gewisse Berechtigung hat. Und viel zu selten sind auch diese Bilder wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem daran, dass ein gutes Foto den konzentrierenden Effekt von Colorkey nicht nötig hat, weil es durch seine Aufnahme- und Bearbeitungstechnik den Blick auf das wichtige Detail lenkt. Dann noch einen Colorkey-Effekt draufzusetzen ist so hilfreich, wie einen gesunden jungen Erwachsenen ungefragt am Arm zu nehmen und über die Straße zu bringen. Colorkey ist also ein gutes Anzeichen dafür, dass man nicht fotografieren kann.
Und selbst wenn man ein gutes Foto hat, so stellt man sich durch Anwendung dieses Anfängereffekts in die unfassbar große Menge derjenigen, die diesen Effekt plump umsetzen. Und da der Effekt so offensichtlich ist (man sieht den Effekt ja eher als den Bildinhalt), hat man sich schon als Anfänger geoutet, bevor der Betrachter sich eine Meinung bilden kann.
Der größte Fehler jedoch, bei dem ich jedes Mal die Hände überm Kopf zusammenschlage ist, wenn jemand mit dem Colorkey ein Element hervorhebt, das den Betrachter vom eigentlichen Motiv ablenkt. Dies passiert bei weit über der Hälfte der Fotos mit diesem Effekt. Das ist in etwa so, wie wenn man einen Spielfilm mit … sagen wir mal George Clooney dreht und immer einen Nebendarsteller vor ihm platziert. Es macht einfach keinen Sinn.
Wann immer man sich also der Versuchung ausgesetzt sieht, ein Foto mit Colorkey „aufzupeppen“, sollte man sich erst mal fragen, was bei der Aufnahme so schief gelaufen ist, dass man das letzte und plumpste Mittel heranziehen will. Es ist das fotografische Pendant dazu, sich den Strick zu nehmen.
* Es geht mir hier nur um den Aspekt, dass Eltern die Werke ihrer Kinder ungeachtet der Qualität lieben und für alles gibt es ein Bussi und ‘nen Keks. [edit: Was auch gut so ist, da Kinder sich ausprobieren sollen und in all ihren guten Aktivitäten unterstützt werden sollen. Mein Anliegen war es dem erwachsenen Colorkeyer sein fotografisches Niveau zu verdeutlichen. Sprich: Mama freut sich über alles, was ihr (erwachsenes) Kind macht - was aber keine Aussage über die fotografische Qualität der Arbeit trifft.]
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Langsam ist die Zeit der Mauerbienen vorbei. Die letzten Exemplare, die noch herumfliegen sehen recht zerrupft aus und werden wohl auch nicht mehr lange herumschwirren. Mein Hotel ist auch schon fast total ausgebucht und da wird einem bewusst, dass der Frühling fast schon wieder vorbei ist. Trotzdem habe ich noch ein paar Fotos, die ich zeigen möchte. Zum einen, weil die Bienen da beim Mauern zu sehen sind (Bild 2 und 3) und zum anderen, weil man ihr flauschiges “Fell” so schön sieht. Dei Bild Nr. 3 sieht man den mit Speichel angefeutchteten Schlammklumpen, den die Biene zum Mauern herangeschleppt hat (was sehr anstrengend ist, die Bienen ruhen sich meist kurz vorm erreichen der Brutröhre nochmal aus und pumpen Luft in ihren Körper). Der Klumpen wird im Loch abgelegt und dann mit den Kauwerkzeugen vermauert. Dabei sind die Fühler (wie auf Bild 3 zu sehen ist) immer im Einsatz und tasten alles sehr genau ab.
Meine kleinen kuschligen Freunde werden mir fehlen. Aber nur bis zum nächsten Frühling – ich glaube durch meine Hotelerweiterung dieses Jahr wird es im nächsten unglaublich viele Bienen geben. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt hatte, aber es sind mittlerweile weit über 200 Brutröhren gefüllt. Je Röhre gibt es im besten Fall mehrere Bienenkinder … den Rest könnt ihr euch ja ausmalen ;)