Posts Tagged ‘Makrofotografie’

Das brummt schon etwas

Dienstag, 27. März 2012 - Torsten Winkler

Einer der Gründe, warum ich mir einen Blitz zugelegt habe war, dass ich meine Mauerbienen besser fotografieren können wollte. Und mit besser fotografieren ist vor allem besser und flexibler ausleuchten gemeint. Es ist ja klar, dass ich nur durch das Benutzen eines Blitzes kein besserer Fotograf werde. Seit dem Winter hatte ich entsprechende Versuche mit dem Blitzaufbau unternommen. Natürlich bin ich mit den Ergebnissen noch nicht ganz zufrieden – meine Versuche, eine entsprechende “Softbox” zu bauen waren noch nicht ganz erfolgreich (Größe und Form waren noch nicht optimal).

Trotzdem habe ich mich an meine kleinen Brummer gewagt und ganz ohne Diffusor fotografiert. Eigentlich wollte ich durch kurze Blitzzeiten (über Leistungsrücknahme am Blitz) die Flügel der Bienen einfrieren. Das hat nicht so recht geklappt. Daher musste ich auf Hochgeschwindigkeitssynchronisation umstellen. Damit hatte ich wieder nur verwischte Flügel, aber zumindest ist die Ausleuchtung diesmal deutlich besser (im Vergleich zu den Fotos im vergangenen Jahr). Ich werde also noch jede Menge probieren und experimentieren müssen, um vielleicht doch irgendwann eine Makro-Biene im Flug mit nicht verwischten Flügeln zu bekommen.

1/1500 s # f 8 # iso 400 # 100 mm # Blitz 1/2000 s # f 9,5 # iso 800 # 100 mm # Blitz 1/1500 s # f 11 # iso 800 # 100 mm # Blitz 1/1500 s # f 11 # iso 800 # 100 mm # Blitz

Erste Biene = Frühling!

Samstag, 3. März 2012 - Torsten Winkler

Gestern ist mir meine erste Mauerbiene dieses Jahr vor die Linse gekommen. Vor ein paar Tagen war schon eine andere extrem ungeduldige Biene geschlüpft, doch die hat sich gleich verdünnisiert – ohne Fotos. Doch gestern habe ich die Gelegenheit beim Schopf gepackt und gleich mal mein Makro mit Blitz ausprobiert. Noch muss ich etwas basteln, um ein besseres Ergebnis zu erhalten, doch für den Anfang war es schon recht ordentlich. Ich jeden Fall freue ich mich darüber, dass nun endlich Frühling wird :)

Nochmal Noriblätter

Sonntag, 25. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Es gab beim letzten Artikel (klick) einige Nachfragen. Nori ist eine (große) Algenart, deren Blätter werden geerntet, geschreddert und dann (unter anderem) zu dünnen Platten verpresst. Aus diesen werden dann die grünlich-bräunlichen Umhüllungen für Sushi gemacht. Im trockenen Zustand habe ich diese Blätter/Platten dann durchleuchtet und etwas experimentiert.

Gleich als erstes hatte ich die “glühende Lava” erhalten. Um farblich eine weitere Dimension in die Aufnahme zu bekommen habe ich dann noch mit einer Taschenlampe experimentiert und die durchleuchteten Blätter aus unterschiedlichen Winkeln und Abständen von oben ausgeleuchtet. So kam etwas von der grünlichen Farbe ins Spiel und zugleich bekam die “Lava” eine Oberfläche. Für all diejenigen, die es interessiert, habe ich mal den Aufbau skizziert – eigentlich total simpel: Blitz hinlegen und nach oben zeigen lassen, Blätter drauf und mit der Kamera in den Blitz fotografieren. Je nach Einstellungen habe ich dann die unterschiedlichen Effekte erreicht.

Noch nicht für die Tonne

Freitag, 9. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Während ich noch in Ehrfurcht vor der Anzahl der tollen CO2- und Morgennebelfotos erstarrt scheine (dieses Jahr zeige ich die aber noch!), geht es aber trotzdem weiter. Diesmal hat sich eine Idee in ein Experiment verwandelt, dass dann zu interessanten Ergebnissen führte.

Beim Aufräumen sind mir in der Küche ein paar alte Nori Blätter in die Hände gefallen. Weit jenseits vom Haltbarkeitsdatum und auch nicht mehr ganz frisch aussehend, sollten sie schon in den Müll wandern. Doch dann kam mir die Idee, die Strukturen der Blätter im Durchlicht zu fotografieren. Natürlich wusste ich nicht, wie es genau aussehen wird, doch mittlerweile habe ich ein recht gutes Gespür für derlei Sachen entwickelt. Und schon nach einigen Versuchen war klar, dass ich mal wieder einen guten Riecher hatte.

Es ist erstaunlich, wie sehr mich einige Bilder an Höhlenmalereien erinnern, während andere doch mehr wie Mikroskop Aufnahmen merkwürdiger Bakterienkulturen aussehen. Bei einigen könnte es auch Herbstlaub sein, das dargestellt ist. Wenn man sich einige Bilder genauer ansieht, findet man Gesichter, Figuren und Fabelwesen. Eigentlich genau diese Qualitäten sollten abstrakte Fotos haben – man findet seine eigenen Interpretationen.

Colorkey

Montag, 16. Mai 2011 - Torsten Winkler

Wie erstellt man ein Colorkey-Foto?

  1. Man nimmt eines seiner langweiligsten Fotos und versucht es irgendwie aufzupeppen.
  2. Wenn das alles nicht funktioniert, versucht man die Schwarzweißumwandlung mit der Standardkonvertierung, da Schwarzweißfotos ja immer toll aussehen.
  3. Natürlich ist das Foto dann noch langweiliger als in Farbe und so bleibt nur die letzte Rettung: Man nutzt Colorkey! Das macht aus jedem Foto garantiert ein Kunstwerk. Daher schnell ein uninteressantes Detail – auf keinen Fall aber das Hauptmotiv! – nochmal kräftig mit Farbe einschmieren. Das hängt Mutti dann auch an den Kühlschrank.*

Grundvoraussetzung für diese Technik ist als allererstes, dass man blutiger Fotoanfänger ist. Das Fehlen von ästhetischem Feingespür und des Sehvermögens helfen auch noch ungemein. Ok, Sarkasmus beiseite. Es ist offensichtlich – ich finde Colorkey abgrundtief hässlich. Nun ist das nicht nur meine persönliche Ansicht, sondern ich habe auch fachliche Gründe dafür.

Von etwa tausend Colorkey Fotos, die man zu sehen bekommt, ist maximal eins dabei, wo der Effekt eine gewisse Berechtigung hat. Und viel zu selten sind auch diese Bilder wirklich gut gemacht. Das liegt vor allem daran, dass ein gutes Foto den konzentrierenden Effekt von Colorkey nicht nötig hat, weil es durch seine Aufnahme- und Bearbeitungstechnik den Blick auf das wichtige Detail lenkt. Dann noch einen Colorkey-Effekt draufzusetzen ist so hilfreich, wie einen gesunden jungen Erwachsenen ungefragt am Arm zu nehmen und über die Straße zu bringen. Colorkey ist also ein gutes Anzeichen dafür, dass man nicht fotografieren kann.

Und selbst wenn man ein gutes Foto hat, so stellt man sich durch Anwendung dieses Anfängereffekts in die unfassbar große Menge derjenigen, die diesen Effekt plump umsetzen. Und da der Effekt so offensichtlich ist (man sieht den Effekt ja eher als den Bildinhalt), hat man sich schon als Anfänger geoutet, bevor der Betrachter sich eine Meinung bilden kann.

Der größte Fehler jedoch, bei dem ich jedes Mal die Hände überm Kopf zusammenschlage ist, wenn jemand mit dem Colorkey ein Element hervorhebt, das den Betrachter vom eigentlichen Motiv ablenkt. Dies passiert bei weit über der Hälfte der Fotos mit diesem Effekt. Das ist in etwa so, wie wenn man einen Spielfilm mit … sagen wir mal George Clooney dreht und immer einen Nebendarsteller vor ihm platziert. Es macht einfach keinen Sinn.

Wann immer man sich also der Versuchung ausgesetzt sieht, ein Foto mit Colorkey „aufzupeppen“, sollte man sich erst mal fragen, was bei der Aufnahme so schief gelaufen ist, dass man das letzte und plumpste Mittel heranziehen will. Es ist das fotografische Pendant dazu, sich den Strick zu nehmen.

* Es geht mir hier nur um den Aspekt, dass Eltern die Werke ihrer Kinder ungeachtet der Qualität lieben und für alles gibt es ein Bussi und ‘nen Keks. [edit: Was auch gut so ist, da Kinder sich ausprobieren sollen und in all ihren guten Aktivitäten unterstützt werden sollen. Mein Anliegen war es dem erwachsenen Colorkeyer sein fotografisches Niveau zu verdeutlichen. Sprich: Mama freut sich über alles, was ihr (erwachsenes) Kind macht - was aber keine Aussage über die fotografische Qualität der Arbeit trifft.]

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Langsam ist die Zeit der Mauerbienen vorbei. Die letzten Exemplare, die noch herumfliegen sehen recht zerrupft aus und werden wohl auch nicht mehr lange herumschwirren. Mein Hotel ist auch schon fast total ausgebucht und da wird einem bewusst, dass der Frühling fast schon wieder vorbei ist. Trotzdem habe ich noch ein paar Fotos, die ich zeigen möchte. Zum einen, weil die Bienen da beim Mauern zu sehen sind (Bild 2 und 3) und zum anderen, weil man ihr flauschiges “Fell” so schön sieht. Dei Bild Nr. 3 sieht man den mit Speichel angefeutchteten Schlammklumpen, den die Biene zum Mauern herangeschleppt hat (was sehr anstrengend ist, die Bienen ruhen sich meist kurz vorm erreichen der Brutröhre nochmal aus und pumpen Luft in ihren Körper). Der Klumpen wird im Loch abgelegt und dann mit den Kauwerkzeugen vermauert. Dabei sind die Fühler (wie auf Bild 3 zu sehen ist) immer im Einsatz und tasten alles sehr genau ab.

Meine kleinen kuschligen Freunde werden mir fehlen. Aber nur bis zum nächsten Frühling – ich glaube durch meine Hotelerweiterung dieses Jahr wird es im nächsten unglaublich viele Bienen geben. Ich weiß nicht, ob ich es schon erwähnt hatte, aber es sind mittlerweile weit über 200 Brutröhren gefüllt. Je Röhre gibt es im besten Fall mehrere Bienenkinder … den Rest könnt ihr euch ja ausmalen ;)