Posts Tagged ‘Experimental’

Gut verdreht

Samstag, 28. Mai 2011 - Torsten Winkler

Hin und wieder stöbere ich in meinen alten Blogartikeln herum und bin überrascht, was ich so alles finde :D Beim letzten Stöbern bakam ich gleich wieder richtig Bock darauf, ein paar expimentale Fotoideen weiter auszuprobieren. In meinem Bewusstsein war gar nicht so stark veranktert, dass ich schon eine ganze Reihe an experimentalen/abstrakten Fotos gemacht habe. Das hat mich gleich auch wieder daran erinnert, dass ich mal ein Portfolio meiner Arbeiten zusammenstellen muss. Doch da wird es bei den Experimenten schon schwierig. Für gewöhnlich kann ich ein gutes Foto und ein schlechtes anhand von gewissen Kriterien unterscheiden – bei den eigenen Fotos ist das zwar schwer, doch in einem bestimmten Rahmen geht das wohl. Meine abstrakten Fotos hingegen entziehen sich irgendwie den “Formeln” und es lässt sich echt schwer sagen das eine ist gut und das andere nicht. Trotz allem werde ich es mal in Angriff nehmen …

Für die heutigen Bilder habe ich in meinem Zimmer mit dem Fischauge und sehr langen Belichtungszeiten gearbeitet. Nach ein paar Testfotos hat man dann recht fix den Dreh raus, was wirkt und was eher nicht. Ganz vorhersehbar ist das Ergebnis jedoch nie und so erlebt man die eine oder andere Überraschung. Beim Bearbeiten sortiere ich dann diejenigen aus, die meine Fantasie nicht weiter anregen. Beim Rest kann ich dann das hervorholen, was mir beim Betrachten durch den Kopf geht.

Bei den Fotos 6 bis 10 hatte ich sofort die entsprechenden Figuren (siehe Bildunterschrift) im Kopf. Bei den letzten beiden kam mir sehr schnell eine gemalte Szene in den Sinn und bei den ersten fünf Fotos habe ich die Spiralen und Farbübergänge als besonders gelungen empfunden. Aber vielleicht seht ihr ja andere Dinge und habt eure eigenen Interpretationen – was natürlich auch voll ok ist ;)

Über den Sinn von Projekten

Sonntag, 16. Januar 2011 - Torsten Winkler

Seit langer Zeit wollte ich schon immer mal etwas über Projekte allgemein schreiben, habe mir das bisher aber verkniffen. Eine Diskussion vor einigen Tagen hat mich dann doch mal zu der Überzeugung gebracht, dass ich meine Gedanken dazu aufschreiben sollte. Nicht weil ich der Hüter der Wahrheit bin, sondern weil ich eine individuelle Meinung dazu habe (wie jeder andere auch). Dabei will ich auch gleich sagen, dass jeder immer recht hat, wenn man den entsprechenden Betrachtungswinkel berücksichtigt. Das soll heißen – ich liege auf alle Fälle voll daneben, solange man die Voraussetzungen für meine Worte ändert. Und damit keine Missverständnisse entstehen – ich will meine Meinung zu Projekten unter dem Gesichtspunkt äußern, dass damit fotografische Entwicklungen vorangetrieben werden sollen.

Wenn ich mich im Netz auf vielen Fotoblogs umschaue, so gibt es sehr häufig Fotoprojekte zu sehen. Das ist gut, weil Projekte uns “nach vorne werfen” sollen (laut Wikipedia der Ursprung dieses Worts). Nun gibt es eine ganze Reihe von Fotoprojekten, die mit Zahlen aggieren. Besonders beliebt scheinen die 365er Projekte zu sein. Bei diesen Projekten soll jeden Tag ein Foto gemacht werden – ein ganzes Jahr lang. Klingt toll und scheint eine gewisse Magie zu haben. Doch was ist das Ziel bei diesen Projekten? Meist ist dahingehend nichts definiert. Es sind die Termine für die Erstellung und die Anzahl der zu produzierenden Werke vorgegeben, jedoch fehlt nahezu immer eine Festlegung von Zielen, die mit dem Projekt erreicht werden sollen.

Ohne ein Ziel wird aus einem Projekt jedoch eine Beschäftigungstheraphie. Im Falle der 365er zeigt der Macher, dass er es geschafft hat (falls es zu Vollendung kommt), jeden Tag einmal auf den Auslöser zu drücken. Mehr wird vom Projekt nicht verlangt, mehr ist nicht erforderlich und viel mehr wird meist auch nicht gemacht. Wenn man ein Projekt als Wanderung ansieht, dann wird mit dieser Art von Projekten gesagt, das man soundsoviel Schritte machen will, jedoch nicht wohin. Schlimmstenfalls tritt man auf der Stelle oder wandert verloren umher. Bei einer Wanderung hört man auch nicht nach einer festgelegten Zahl von Schritten auf und bleibt dann dort zurück, wo man gerade hingekommen ist. Man stellt sich ein Ziel und hört doch erst auf, wenn man angekommen ist (oder von Suchtrupps gefunden wurde).

Ich habe absolut nichts gegen Projekte, die an eine bestimmte Zahl gebunden sind. Manche Leute finden soetwas vielleicht sexy oder besonders motivierend. Ich glaube jedoch, dass ein Projekt nur etwas bringt, wenn man sich vorher klar darüber wird, was man damit erreichen will. Wenn man ein dokumentarisches Ziel verfolgt, also ein Fototagebuch machen möchte, dann mögen derartige Projekte einen Sinn haben. Unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung von fotografischen Fähigkeiten darf man aber nicht zuviel erwarten. Zudem haben die besonders langfristigen Projekte Nebenwirkungen – sie können zur Belastung werden und dann wird aus dem positiven Ansatz, dass man sich täglich mit Fotografie beschäftigen will, schnell ein schwarzer Schatten auf dem eigentlich geliebten Hobby. Entweder macht man dann zähneknirschend halt schnell das Foto, oder man überlegt sich Ausreden, wieso man heute keins machen konnte.

Sich täglich mit Fotografie zu befassen ist ein sehr guter Ansatz (siehe z. B. hier), nur für ein Projekt sollte es dann schon etwas zielgerichtetes sein. Dazu wäre eine thematische Festlegung ein erster Ansatz. Oder man begrenzt seine Mittel (z. B. nur bestimmte Ausrüstung verwenden). Aber wichtig bei allem ist – das Ziel. Was soll erreicht werden? Ohne dies “darf” es sich nicht Projekt nennen und ist auch nicht über eine Fleißarbeit hinaus überprüfbar. (“Okay, du hast 365 Fotos gemacht – aber wieso brauchst du dafür ein Jahr? Das kann man auch an einem Tag machen.“)

Und noch ein Tipp – bei Projekten, die sehr langfristig angelegt sind wird meist vergessen einzubeziehen, dass man schon nach einer gewissen Zeit (entsprechende Beschäftigung mit dem Thema vorausgesetzt) über den anfänglichen Fähigkeitshorizont hinaus gewachsen ist. Und dann fühlt man sich schnell wie ein Zweitklässler, der mit Aufgaben für Erstklässler beschäftigt wird. Daher ist es besser, Projekte in kürzerem Zeitrahmen zu fassen.

Für all diejenigen unter uns, die berufstätig sind oder irgendwelche Aufgaben zu erledigen haben (Haushalt, Kinder etc.) – lasst euch etwas Luft im Projekt. Der Mensch braucht auch mal eine Pause und selbst für kleine Aufgaben wird eine gewisse Energie benötigt. Es ist wenig sinnvoll, wenn man abends völlig erschöpft nach Hause kommt und dann noch schnell kreativ sein soll. Es gibt einfach Tage, wo das nicht funktioniert und da sollte sich niemand immer auf Krampf zu etwas zwingen.

____________________

Eine Art von Projekt ist mein Experimentieren mit den “fließenden” Lichtern. Da ist es mein Ziel, mit dieser Form der Fotografie vertraut zu werden und mehr Kontrolle über die Ergebnisse zu bekommen. Und nicht zuletzt fasziniert mich die Spielerei mit den Farben und den nicht bestimmbaren Formen.

Diesmal habe ich versucht bei der Entwicklung eine andere Farbstimmung zu nutzen und etwas mehr ins kühlere zu gehen. Dabei machen die Blautöne (und deren Übergänge in andere Farben) aber ein bisschen Probleme und es entstehen schnell unschöne Kanten (bei den gezeigten Fotos eher nicht). Mir gefällt an diesen Bildern besonders der Kontrast zwischen dem Gelb und dem bläulichen Cyan.

Die Jagd geht weiter

Samstag, 8. Januar 2011 - Torsten Winkler

Seit einiger Zeit habe ich das Bedürfnis, mich mit meinen abstrakten Experimenten aus dem vergangenen Jahr (speziell: Klick 1, Klick 2) weiter zu befassen. Irgendwie habe ich derzeit ein gesteigertes Interesse an leuchtenden Farben. Und da habe ich mir mal wieder eine Stunde Zeit genommen und weiter an einem meiner Lieblingssetups (Kerze, Windlicht und Makroobjektiv im Dunkeln mit Langzeitbelichtung) gearbeitet.

Gerade, weil es nicht ganz einfach ist, das Ergebnis vorherzusehen ist es ein großer Teil Glück und Menge, die zu den gewünschten Bildern führt. Obwohl auch hier erstmal alles Pi mal Daumen geht und dann beim Bearbeiten ein Teil der kreativien Arbeit/Auswahl erfolgt. Sprich: Ich probiere und kontrolliere dann grob auf dem LCD, wie das Ergebnis aussieht. Dann versuche ich die Effekte, die mir am besten gefallen zu reproduzieren bzw. abzuwandeln. Doch erst am Computer wird dann klar, welche Bilder etwas geworden sind und welche eher nicht. Dabei macht es mit einigen Bilder sofort “klick” während es beim nächsten, ganz ähnlichen mit meiner Reaktion schon wieder anders aussieht.

Dies ist so ein Zehntel der Fotos und nur der erste Durchgang – unter den restlichen Bildern sind einige dabei, die ich noch bearbeiten werde.Mal sehen, ob ich die euch noch zeigen werde ;) Einen speziellen Favoriten habe ich bei diesen Fotos nicht, da ich auf allen etwas entdecke, das mir ganz besonders gefällt. Trotzdem habe ich damit noch nicht das Ziel erreicht, was ich eigentlich vorschwebt. Ich werde also noch eine Weile danach jagen müssen.

[Die Kommentarfunktion habe ich für diesen Artikel ausgeschaltet, da ich hier zuviele unerwünschte Werbekommentare löschen musste. Bei echtem Kommentarwunsch mir einfach eine Mail schreiben. Danke.]

Sigmund Freud lässt grüßen

Donnerstag, 11. November 2010 - Torsten Winkler

Heute bin ich durch Zufall auf einen Link gestoßen, den vielleicht schon einige von euch kennen. Auf den Internetseiten der FAZ kann man anhand von Textproben seinen Schreibstil mit den berühmter deutschsprachiger Schriftsteller und Buchautoren seit dem 18. Jhd. vergleichen lassen (klick). Leider stehen keine genaueren Informationen über die Hintergründe der Analyse bereit, jedoch kenne ich ähnliche Methoden, wo anhand von Wort- und Satzlänge auf den Schwierigkeitsgrad von Texten geschlossen werden kann. Lange Texte und lange Wörter strengen mehr an und bedürfen größerer intellektueller Ressourcen. Ich vermute daher, dass die Texte anhand dieser Längenangaben und deren Verteilung im gesamten Text und ähnliche Merkmale vergleichend für die Analyse herangezogen werden.

Sehr spannend! Und das habe ich mal mit einer ganzen Reihe meiner Blogtexte gemacht. Das überraschende Ergebnis: Ich schreibe meist wie Siegmund Freud. Die mir wichtigsten Artikel (z. B. aus der Kategorie “Gedanken zur Fotografie”) sind fast ausnahmslos in diesem “Stil” geschrieben. Interessant. Weitere wichtige Artikel sind im Stil von Peter Handke geschrieben. Für den Rest der Artikel (wo es dann mehr um kurzes Palaber um die Fotos herum geht) kommen dann häufiger die Namen Melinda Nadj Abonji, Rainald Goetz und Franz Kafka als Ergebnis.

Nun kenne ich mich nicht sonderlich gut mit Literatur aus (ich habe z. B. die meiste Schulpflichtlektüre nicht gelesen) und bin jedoch zu dem Eindruck gekommen, dass es sich eher um etwas schwieriger zu verstehende Autoren handelt. Kennt sich da jemand von meinen lieben Bloglesern aus? Ich bin dadurch nämlich auf den Gedanken gekommen, dass meine Artikel eventuell wirklich schwer zu verstehen sind. Vielleicht könnt ihr mir ja mal ein Feedback dazu geben. Das würde mich nicht nur sehr freuen, sondern eventuell auch die Verstehbarkeit meiner Artikel erhöhen (also wär zumindest mal ein erster Ansatzpunkt).

Übrigens habe ich auch mal einige private Mails analysieren lassen und dort taucht neben Freud und Handke auch Charlotte Roche häufiger auf. Was mich auf den nächsten Gedanken bringt: die mir wichtigsten Artikel und persönliche Mails schreibe ich auf bestimmte Art und Weise … weniger wichtige Artikel auf andere. Liese sich nun aufgrund der Schreibanalyse herausfinden, ob mir etwas mehr am Herzen liegt als anderes? Ein interessantes Forschungsfeld öffnet seinen Schlund und versucht mich hineinzuziehen …

____________________

Wo wir gerade bei Sigmund Freud sind – in der Psychoanalyse werden ja oft aus Malmustern oder Farbklecksereien Dinge über die Erschaffer zur Deutung herangezogen. Vor einiger Zeit war ich wieder einmal etwas experimentierfreudiger unterwegs (im Wald) und habe versucht spontan den typischen Waldwackelbildern (die Kamera mit längeren Verschlußzeiten gemäß der Baumstämme vertikal verwackeln) etwas neues entgegenzusetzen. Mit meinem Fischauge sind dabei dann (unter anderem) die folgenden Bilder entstanden, die mich schon sehr faszinieren. Die Nr. 6 und 8 sind meine Favoriten.

ps: Heute habe ich angeblich wie Rainald Goetz geschrieben.

Leinen los!

Donnerstag, 26. August 2010 - Torsten Winkler

Dieser Tage ist bei mir allgemein etwas Flaute (wie ihr vielleicht schon bemerkt habt). Auf Birgits Blog habe ich dazu einen Artikel gelesen, der sich mit den Flauten beschäftigt und was man da so machen kann. In meinem überaus klugen Kommentar dazu habe ich mich daran erinnert, dass ein Weg aus der Flaute das Rudern ist (um mal beim Bild der Schiffahrt zu bleiben). Na und wenn ich mich beim neunmalklug Daherschwatzen erwische, dann bekomme ich Strafarbeiten von mir auferlegt ;)

Ein Tipp (den ich schon an anderer Stelle gehört habe – ist also nicht von mir), um eine kreative Flaute zu überwinden ist, sich einfach in Bewegung zu setzen. Wenn man einmal in Bewegung ist, nimmt man Schwung auf und es geht dann meist von allein, dass eine Idee kommt oder ein Funke zündet. Mein Vorschlag war also, bei fehlendem Drang zu Fotografieren, für sich einfach anfangen ein paar Fotos zu schießen – völlig egal von was oder wie toll das wird. Es kommt nur darauf an anzufangen Fotos zu machen. Und wenn keine Idee kommt? Dann einfach den Ordnungs- und Sauberkeitszustand der eigenen Wohnung oder den Schreibtisch dokumentieren. Einfach irgendwas und dann mit den Ideen gehen, die dabei auftauchen. Die Bilder dürfen schlecht sein und müssen niemandem gezeigt werden! Man kann auch versuchen, die schlechtesten Fotos, die man je geschossen hat zu machen – es ist egal. Hauptsache man fängt an.

Nun gut. Ich habe also angefangen und in meinem Zimmer rumfotografiert. Etwas hier … etwas da … ach Mensch … eigentlich kein Bock. Doch dann habe ich ein bisschen Folie gesehen, die ich herumliegen hatte und nach den ersten zwei Fotos war für mich klar – ich mache wieder einmal ein paar “impressionistische” Fotos. Die mag ich sowieso und habe ich lange nicht mehr gemacht. Auf dem Display konnte ich nämlich schon erste Bilder entstehen sehen, die Ideen aus mir herauskitzelten. Ein paar Fotos später war ich erstmal zufrieden und habe mir alles in meinem Bearbeitungsprogramm angeschaut und dann war ich gleich noch zufriedener. In kurzer Zeit habe ich für mich interessante Bilder hinbekommen, die mich zumindest aus meinem gefühlten Loch gehoben haben.

Große Kunst? Nein! Tolle Fotos? Nein! Was dann? Naja – etwas, was mich heute in Schwung gebracht hat und vielleicht ein paar Ideen, die ich irgendwann mal gebrauchen kann. Und auf alle Fälle immer noch besser, als nicht fotografieren ;)

[Die Kommentrafunktion wurde deaktiviert, da zuviele Werbekommentare erfolgten. Bei echtem Kommentarbedarf bitte eine Mail schicken. Danke.]