Posts Tagged ‘Experimental’

Nochmal Noriblätter

Sonntag, 25. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Es gab beim letzten Artikel (klick) einige Nachfragen. Nori ist eine (große) Algenart, deren Blätter werden geerntet, geschreddert und dann (unter anderem) zu dünnen Platten verpresst. Aus diesen werden dann die grünlich-bräunlichen Umhüllungen für Sushi gemacht. Im trockenen Zustand habe ich diese Blätter/Platten dann durchleuchtet und etwas experimentiert.

Gleich als erstes hatte ich die “glühende Lava” erhalten. Um farblich eine weitere Dimension in die Aufnahme zu bekommen habe ich dann noch mit einer Taschenlampe experimentiert und die durchleuchteten Blätter aus unterschiedlichen Winkeln und Abständen von oben ausgeleuchtet. So kam etwas von der grünlichen Farbe ins Spiel und zugleich bekam die “Lava” eine Oberfläche. Für all diejenigen, die es interessiert, habe ich mal den Aufbau skizziert – eigentlich total simpel: Blitz hinlegen und nach oben zeigen lassen, Blätter drauf und mit der Kamera in den Blitz fotografieren. Je nach Einstellungen habe ich dann die unterschiedlichen Effekte erreicht.

Die Gewinner

Freitag, 16. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Die Gewinner jeweils eines Buchs Petersons Fotoschule Blitzlicht habe ich soeben gezogen. Jens, Peter und Max dürfen sich freuen. Die Mail für die Adresse habe ich auch gerade rausgeschickt – also ihr 3: schaut in euer Postfach (zur Not auch in den Spamordner). Die Bücher gehen dann am Montag auf die Reise. All denjenigen, die nicht gewonnen haben bleibt mir nur viel Glück beim nächsten Mal zu wünschen. Schade, dass es nicht geklappt hat …

Und da ein Artikel auf einem Fotoblog meiner Meinung nach immer ein Foto braucht, zeige ich heute mal ein Foto, dass ich beim Ausprobieren mit dem Blitz gemacht habe (soll ja zum Thema passen).

Sieht jemand den kleinen Elefanten?

Mehr als nur ein paar Zahlen

Mittwoch, 9. November 2011 - Torsten Winkler

Dies ist nun mein 301. Blogbeitrag. Ich hatte die 300 zum Anlass genommen, mir mal ein paar Gedanken zu meinem Weg zu machen. Dabei sind mir ein paar Dinge klar geworden und die sind gar nicht so uninteressant.

Wenn man in einer Sache richtig gut werden will, braucht man etwa 10.000 Stunden intensive Übung (hängt natürlich von der Sache ab und wie man sich damit beschäftigt). Nach meiner sehr zurückhaltenden Rechnung habe ich mittlerweile in der Fotografie die 5.000er Marke weit überschritten: Für die mittlerweile ca. 60.000 Fotos, die ich in meinem Leben schon gemacht habe, brauchte ich grob geschätzt 1.000 Stunden (rein die Zeit zum Aufnehmen der Fotos). Bildbearbeitung mache ich seit vielen Jahren und vorsichtig geschätzt kommen da 2.000 Stunden zusammen. Auf weitere 2.000 Stunden komme ich mit dem Durcharbeiten von Büchern und Schauen von Videos zum Thema Fotografie. Und mit meinem Blog, den Kommentierungen auf anderen Blogs etc. komme ich auch nochmal auf 500 Stunden. Dabei sind noch nicht Fotokurse, Dunkelkammerarbeit, Gespräche, Fotogruppe und dergleichen enthalten. Ebenfalls ist in dieser Rechnung nicht mit drin, dass ich im Studium und Berufsleben mit Gestaltung/Layout und dergleichen zu tun hatte/habe.

Die Zahl der mittlerweile ca. 60.000 Fotos, die ich in meinem Leben gemacht habe, finde ich auch recht beeindruckend. [Natürlich hat Masse nichts direkt mit Klasse zu tun!] Dabei existieren gerade aus meinen analog-Zeiten leider nur noch wenige Bilder – doch selbst die nehmen noch genügend Platz weg (nicht auszudenken, wenn meine digitalen Bilder auch so viel Platz bräuchten).

Und dann ist mir bewusst geworden, dass ich in den letzten 3 Jahren tatsächlich über ein Viertel meines Einkommens in Fotografie gesteckt habe. Ich musste dafür zwar auf eine ganze Reihe Sachen verzichten, doch für mein Hobby nehme ich das gern in Kauf.

Was ich damit sagen will ist, dass ich an einem bestimmten Punkt die Entscheidung getroffen habe, in der Fotografie richtig gut zu werden. Und ich meine richtig gut. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich mich den nötigen Schritten gestellt und mein Leben so gestaltet, dass als logische Konsequenz mein Ziel gar nicht vermeidbar ist. Wenn ich jetzt mal so auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, dann habe ich schon ein ordentliches Stück hinter mir – und noch viel Spannenderes liegt vor mir. Und ich weiß genau, dass selbst bei 10.000 Stunden nicht Schluss ist – im Endeffekt geht es da dann erst richtig los.

Ressourcen aktualisiert

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens auch mal meine Ressourcen-Seite (klick) auf den aktuellen Stand gebracht. Zumindest sind jetzt alle neuen Quellen aufgenommen und im Laufe der Zeit schreibe ich zu den einzelnen Titeln auch eine kurze Auswertung. In meinen Regalen sieht es gar nicht so extrem aus, doch als ich alles auf einem Stapel hatte, war das doch schon ganz schön viel. Und das obwohl eine ganze Reihe meiner Ressourcen ja nur in digitaler Form (die e-Books) oder auf dünnen Scheiben (DVDs etc.) vorliegen.

Meine Fotos heute …

Heute möchte ich anfangen, Bilder aus einer Reihe von Fotos zu zeigen, die mich über alle Maßen faszinieren. Ich werde dazu noch einen extra Beitrag schreiben, daher gibt’s jetzt auch keine weiteren Infos.

Von diesen drei Fotos ist für mich Nr. 1 mein Favorit. Doch ich habe noch eine unüberschaubare Menge an Bildern in dieser Richtung, dass selbst die Nr. 1 nur eines unter vielen ist. Keine Angst – ich werde nicht alle zeigen, bzw. es kommen schon noch einige …

Warum so kritisch?

Freitag, 24. Juni 2011 - Torsten Winkler

In der letzten Zeit hatte ich wieder einige Erlebnisse, die mich ins Grübeln gebracht haben. Allzu oft werde ich als Herumkritisierender gesehen, der an allem etwas auszusetzen hat. Da werde ich als Tomatenwerfer bezeichnet und mir wird vorgeworfen, dass es keiner Fähigkeit bedarf etwas kaputtzureden. Aus dem Augenwinkel betrachtet mag dies so erscheinen. Doch ich finde da werden einige Punkte übersehen.

Ich bin als Dipl. Ing der Verlagsherstellung (FH) ausgebildet, Qualitätsmängel schnell und sicher zu erkennen. Eine der Grundsäulen des Berufs Hersteller (neudeutsch auch Productioner) ist es, fertige Druckerzeugnisse dahingehend zu prüfen, was an Fehlern bei der Produktion entstanden ist, um dann genau mit dem Finger drauf zeigen zu können und den Verursacher festzunageln. Ich sehe daher von Haus aus (meist) viel mehr Mängel, als die meisten Profifotografen.

Nun ist die Sache so, dass ich weiß, dass technische Fehler jedem unterlaufen. Fehler passieren, man zeigt sie auf und dann wird dran gearbeitet diese abzustellen. Kein Problem. In der Fotografie ist es ein klein wenig anders. Die Mehrzahl der Fotografen erkennt viele technische Fehler nicht und wenn es niemand aufzeigt, wird in alle Ewigkeit der gleiche Fehler weiter und weiter gemacht.

Wir sind alle Menschen und jeder macht Fehler. Ein Leben ohne Fehler ist nicht möglich. Lernen ohne Fehler zu machen ist nicht möglich. Das Voranschreiten der Menschheit ist ohne Fehler nicht möglich. Wichtig ist doch nur, dass wir aus Fehlern lernen. Aus eigenen (ist am effektivsten) oder aus denen anderer. Doch lernen kann man nur, wenn man die Fehler erkennt.

Ich erinnere mich an einige Erlebnisse, wo ich mit einem Foto so zufrieden war und stolz und … ja es war wahrscheinlich das beste Foto der Welt. Als ich es meinem Kursleiter gezeigt hatte und auf überschwängliche Begeisterung gefasst war – kam nur ein „nicht schlecht, doch schau mal: hier und da und dort“. Umpf … was für ein herber Rückschlag! Natürlich fühlt es sich nicht toll an, wenn man auf Fehler hingewiesen wird. Das kratzt am Ego. Doch da muss man einfach die langfristige Perspektive sehen. Der Fehler, den ich jetzt gemacht habe und auf den ich hingewiesen wurde, ist der Punkt an dem ich mich verbessern kann und damit wachsen. Dem ersten niedergeschlagenen Gefühl sollten bald jubilierende folgen. Wenn ich in einer fremden Stadt unterwegs bin und mich verlaufen habe und mir dann jemand den rechten Weg weist, dann freue ich mich doch und bin nicht sauer.

Der nächste Punkt ist, dass ich der Überzeugung bin, dass bestimmte Begriffe auch eine bestimmte Bedeutung haben. Wenn mir jemand erzählen will, dass eine zufällige Anordnung etwas mit Design zu tun hat, dann muss ich da einfach widersprechen. [Design ist eine bewusste Ordnung von Elementen und bedarf einer geistigen Vorarbeit – Zufall oder desinteressiertes Handeln ist kein Design] Und ganz besonders kritisch werde ich, wenn jemand als Künstler hingestellt wird. Sei es durch die Aufnahme in eine Galerie oder in eine Publikation zum Thema Kunst oder was auch immer. Kunst spielt in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Die Gesellschaft hat es Künstlern ermöglicht ihre Werke zu schaffen. Sie sorgt dafür, dass diese mehr oder weniger in Ruhe arbeiten können und sich nicht auf Nahrungssuche gehen müssen. Sie erhalten Schutz und müssen nicht ihr Dorf verteidigen etc. Doch als Gegenleistung müssen sie etwas erbringen, das nur sie können. Sie schaffen neue Ideen, entwickeln Visionen die Generationen beflügeln oder Motivieren auf eine Weise, wie nur Künstler es können. Als eine geistige Elite bringen sie die Gesellschaft voran.

Und wenn nun jemand daherkommt, eine aus Faulheit und Bequemlichkeit motivierte Arbeit schafft – sich also nicht einmal bemüht, dann hat er die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft nicht verstanden und muss für diesen schäbigen Betrugsversuch aus dem Dorf gejagt werden. Wer also glaubt, Werke in einer Ausstellung hängen zu haben reicht aus, um sich als Künstler zu sehen, der hat sich geirrt. Nur weil ich auf einer Straße laufe bin ich auch noch lange kein Auto. Die Beweihräucherung, die in „Künstlerkreisen“ mitunter erfolgt wird von mir immer kritisiert werden – und zwar auf eine begründete Weise. Die Gesellschaft kommt nicht weiter, wenn wir jedes Häufchen, das ein Möchtegernkünstler macht, in Bewunderungsstarre anbeten. Daher gehe ich mit Künstlern hart ins Gericht, wenn ich ihre Legitimität bezweifle. Und ein Foto in einer Kunstausstellung mit Mängeln wird von mir gnadenlos „zerrissen“.

Ich fasse mal zusammen:
1. Wenn ich eine Kritik äußere, dann liegt es meist daran, dass ich gewohnt bin Dinge zu sehen, die anderen entgehen. Wenn man im Bus sitzt und sieht, dass der Fahrer sich verfährt, dann ist es nach meiner Ansicht besser, etwas zu sagen, als dazusitzen und den Fahrer fürs richtige Blinken zu loben. Diese Art der Kritik äußere ich, da ich der Meinung bin, dass jeder jeden nach seinen Möglichkeiten unterstützen sollte, damit wir insgesamt wachsen können. Mir fallen vielleicht diese Fehler auf, jemand anderem fallen andere Fehler bei mir auf. Wenn jeder schweigt und es für sich behält geht es nirgends vorwärts.

2. Wenn mir von jemandem Kunst präsentiert wird, die handwerkliche Mängel aufweist, dann ist dies Betrug am Betrachter (und damit auch ein Betrugsversuch an mir) und dagegen werde ich immer einschreiten. Kunst sollte immer eine herausragende Leistung sein und nicht nur ein halbgewalkter Versuch.

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Als Fotos möchte ich heute ein paar neue Ergebnisse aus meinen Verwackelungsstudien zeigen. Dabei habe ich mir diesmal wieder glitzernde und schimmernde Gegenstände gesucht, um mit den bei der Lichtbrechung entstehenden Farben zu spielen.

Mir gefallen die Nr. 6 und 11 und 12 am besten. Wer mich kennt – ich bin für jede Kritik offen. Also sagt gern eure Meinung zu meinen Fotos :)

 

Eine dicke Lüge

Dienstag, 7. Juni 2011 - Torsten Winkler

Wenn jemand über Fotografie redet oder schreibt, dann kommt es meist vor, dass irgendwann auch mal etwas über Momente und Erinnerungen gesagt wird. Oft in einer Form die offenbart, wie wir über Zeit und das Leben an sich denken. Da werden Momente eingefroren und festgehalten oder Erinnerungen eingefangen und wiedergegeben.

Wenn wir Menschen vor einer Tatsache im Leben die Augen nicht verschließen sollten, dann ist es, dass die Zeit unaufhaltsam verrinnt. Sie ist ein Strom, den man nicht aufstauen kann. Und je mehr man versucht die Zeit aufzuhalten, umso mehr verliert man sie. Denn kostbare Momente plätschern unaufhörlich an uns vorbei. Den Verflossenen hinterher zu blicken, lässt uns die uns am nächsten sind verpassen. Sei es aus spirituell/religiöser oder aus wissenschaftlicher Sicht – die Zeit schreitet immer voran und keine Macht der Welt kann sie aufhalten. Am wenigsten ist ein Foto dazu in der Lage. Dies kann immer nur eine von unendlich vielen möglichen visuellen Repräsentationen der Geschehnisse an einem sehr begrenzten Ort zu einem bestimmten Moment sein. Es kann höchstens eine Krücke sein, die wir später brauchen, um eine Erinnerung an einen Moment wiederzubeleben.

Mit Erinnerungen ist es etwas anders, aber trotzdem ähnlich. Erinnerungen leben in uns, sie sind eine interne Angelegenheit. Ein Foto kann keine Erinnerung einfangen. Dazu müsste diese reell sein und in rein visueller Form existieren. Unsere Erinnerungen leben aus Gehörtem, Gesehenem, Gerochenem, Gefühltem (letzteres ist eine interne Referenz auf einen internen, früheren Zustand) und ähnlichem sowie aus zeitlichen Abläufen dieser Eindrücke. Und da unser Gehirn immer nur übervereinfachte Ideen zu diesen ganzen Eindrücken aufnehmen, verarbeiten und wieder abrufen kann, ist auch das beste Foto keine Erinnerung. Fotos können nur Hinweise geben, die uns das Erinnern erleichtern – gleichermaßen können sie aber auch unsere Erinnerung verzerren. Bei Fotos von Veranstaltungen z.B. ist dies oft der Fall – meist sind die Betrachter, die Vorort waren auch nicht zur gleichen Zeit an der gleichen Stelle gewesen, von der aus ein Foto gemacht wurde. Wer kennt das nicht – man sieht später Fotos und wundert sich, was man verpasst hat. Unter anderem da werden Erinnerungen manipuliert.

Gallen Rowell sagt in Inner Game of Outdoor Photography„Yet in one way or another, we all collect life’s special moments in hopes of replaying them.“ [sinngemäß: „Auf die eine oder andere Weise sammeln wir alle die speziellen Momente im Leben in der Hoffnung sie wiedererleben zu können.“] Beim Lesen bin ich da ins Grübeln gekommen – wir Menschen wollen schöne Dinge nicht verlieren. Und so sind wir Jäger und Sammler für schöne Momente. Wir wollen in tollen Erinnerungen schwelgen, statt Situationen zu schaffen/suchen, in denen wir tolle Erlebnisse haben. Sicher ist es schön und wichtig, immer wieder mal einen Blick zurück zu werfen. Doch das sollte uns Ansporn sein nach neuen Abenteuern zu suchen.

Unsere Sprache reflektiert da unsere Einstellung und es besteht immer die Gefahr, dass sich durch falsche Sprache falsches Denken und dann falsches Handeln einschleicht. Somit ist es nicht einfach nur eine pedantische Kleinigkeit auf die besseren Begriffe und Redewendungen hinzuweisen, es ist ein Kampf gegen Mittelmäßigkeit und Lethargie.

Machen wir uns also nichts vor – wir halten keine Momente fest und auch keine Erinnerungen. Wenn es gut läuft schaffen wir Fotos, die Erinnerungen an schöne Momente wecken.

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Heute gibts ein Foto, was ich vor einigen Tagen mit der roten Rotations- und Verwischserie aufgenommen hatte. Dort passte es wegen der Farbigkeit nicht rein, doch ganz untergehen lassen wollte ich es doch nicht. Daher hier eine weitere Interpretation meines Schreibtischs.

Es sind ein paar Gegenstände auf dem Bild zu “erkennen” – hat jemand ein gutes Auge? :)