‘Aufgaben’ Kategorie-Archiv

Blickfeld Alltagsroutine (II)

Montag, 31. Mai 2010 - Torsten Winkler

Auweh, auf was habe ich mich da eingelassen? Beim Artikel Blickfeld Alltagsroutine (I) hatte ich ja eine neue Aufgabe vorgestellt und in einem Anflug von Schwachsinnigkeit versprochen, die Aufgabe auch noch wörtlich umzusetzen. NA TOLL! Das war ja furchtbar ;)

Zur Erinnerung: die Aufgabe lautet in etwa, dass man seine Kamera vorm Schlafengehen fertig machen und früh beim Aufwachen gleich mal 5 Fotos noch im Liegen, 5 weitere noch auf der Bettkante sitzend und weitere 10 auf dem Weg ins Bad aufnehmen soll.

Ich habe gestern etwas lange gearbeitet und bin erst sehr spät ins Bett, daher war ich heute früh beim Aufwachen etwas vertrant. Ok, ich bin erst um 10:20 Uhr aufgewacht und das ungewöhnlich lange Schlafen hat mich irgendwie beeinflusst. Trantappsig saß ich mit der Kamera im Bett und habe die ganze Zeit nur den Kopf darüber geschüttelt, was ich denn hier für einen Blödsinn mache ;) Um fair zu sein, habe ich alle 20 Fotos hochgeladen:

Die 4 und 5 gefallen mir wirklich gut und auch bei ein paar anderen bin ich ganz zufrieden (19, 20, 1, 9, 10). Die 11 und 12 habe ich kopfüber aufgenommen und daher sind die auch nicht gedreht worden. Gegen Ende hatte ich immer mehr Schwierigkeiten – ich wollte eigentlich endlich ins Bad und nicht weiter rumfotografieren. Aber das ging ja nicht und so zog es sich dann doch ein paar Minuten hin. Ich bin aber froh, die Übung so gemacht zu haben. Ich musste mich etwas überwinden und dass ich es auch noch an einem Tag gemacht habe, an dem ich eigentlich noch nicht richtig wach war, freut mich im Nachhinein. Künftig werde ich versuchen, mich öfter auch in den Situationen ans Fotografieren zu wagen, in denen ich eigentlich in dem Moment keine Lust dazu habe. Denn im Endeffekt bekommt man Fotos, die sonst nicht entstanden wären und neben der Übung lernt man sich ein bisschen besser kennen. Daher ein voller Erfolg für mich. Also probiert es mal aus! :)

Blickfeld Alltagsroutine (I)

Sonntag, 23. Mai 2010 - Torsten Winkler

Ich habe mich endlich wieder einmal einer neuen Aufgabe gewidmet. Es ist absehbar, dass ich diese Übung noch ein paar mal machen werde, da ich “nur” einen gewissen Teilbereich abgedeckt habe – daher auch die römische Eins im Titel.

Die Aufgabe (wieder aus Freeman Pattersons Buch “Photography and the Art of Seeing“) lautet: Nimm deine Kamera und ein Weitwinkel- oder normales Objektiv und stell sie neben dein Bett. Wenn du früh aufwachst, mach mindestens 5 Fotos noch im Liegen, weitere 5 noch auf der Bettkante. Und weitere 10 Fotos, bevor du ins Bad gehst. Kümmere dich nicht um Komposition, sondern fotografiere einfach, was dir ins Auge fällt. (Wenn der Morgen für dich nicht funktioniert, dann wähle eine andere tägliche Routine für die Aufgabe.)

Bei der Übung geht es darum, die alltäglichen Dinge, denen wir kaum noch visuelle Bedeutung beimessen, zu beobachten und zu untersuchen. Man kann mit dieser Übung einiges über sich selbst lernen.

Ok, die Aufwachfotos mache ich demnächst (auweh … das wird sicherlich peinlich :D ). Als tägliche Routine habe ich mir heute das Gassigehen mit Hundi (die über Pfingsten bei mir zu Besuch ist) gewählt. Es ist mir sehr schwer gefallen, so öffentlich zu fotografieren – gerade beim Gassigehen. Ich kam mir schon etwas doof vor, weil die Leute schon geschaut haben :) Aber ich habe es durchgezogen und meine Eindrücke vom Leine anlegen bis zur Rückkehr festgehalten.

Nun gut, es sind nur ein paar Fotos von Hundi. Jedoch habe ich in dieser Übung einige Sachen mit anderen Augen gesehen, die ich vorher so nie beachtet habe. Bild 3 und Bild 16 sind für mich die deutlichsten Beispiele dafür. Und mir ist mal wieder bewusst geworden, dass ich unter Beobachtung nicht gern fotografiere bzw. in meiner (gefühlten) Freiheit zu experimentieren eingeengt werde. Eine Sache, an der ich noch arbeiten muss.

Ich bin schon gespannt auf die Aufstehbilder und ob ich die überhaupt jemanden zeigen kann ;) Mal sehen, wann ich mich zu diesem Teil der Übung durchringe.

Einhundertundein Gesicht (III)

Donnerstag, 6. Mai 2010 - Torsten Winkler

Oh, was habe ich mir da heute vorgenommen? Einen Gegenstand, der nicht glitzert und glänzt. Meinen Schreibtisch! Ich sage euch, das war nicht ganz einfach :) Aber auf der anderen Seite, dazu ist die Übung (Fotoübung: Einhundertundein Gesicht) ja da! Und damit es noch etwas herausfordernder wird, habe ich heute mal nur mein 50 mm Objektiv verwendet. Nach etwa 50 Fotos war ich mit meinen Ideen vorerst schon am Ende. Aber ich habe tapfer weiter fotografiert und es sind noch ein paar neue Ideen gekommen.

Insgesamt bin ich recht zufrieden mit den Bildern. Bei einem Schreibtisch kann man ja nun auch nicht sooo viel erwarten ;) Die Bilder 8, 4 und 7 gefallen mir heute am besten. Und selbst ich hätte am Anfang nicht gedacht, dass so unterschiedliche und ordentliche Fotos dabei herauskommen. Die Übung ist also auch ohne Glitzerglas wertvoll :)

ps.: Ok, ich gebe zu, als ich mich entschlossen hatte, den Schreibtisch zu fotografieren, habe ich einige Male ganz schön rumgemault, was ich mir doch für eine blöde Aufgabe gestellt habe. Aber ich bin dran geblieben und habe nicht einfach aufgehört. Somit habe ich heute ein bisschen meine Grenzen erweitert :)

Einhundertundein Gesicht (II)

Dienstag, 6. April 2010 - Torsten Winkler

Eigentlich hatte ich heute vor, ein klein wenig mehr Fotos von “meinem Gegenstand” zu zeigen – und zwar die “normalere” Variante. Doch kaum hatte ich mit den ersten Fotos begonnen, überkam mich schon wieder der Spieltrieb und als ich dann irgendwann wieder bei Sinnen war, war es schon fast zu spät für einen Artikel.

Da sich aber außer Julia F. niemand weiter dafür zu interessieren scheint, was für ein Gegenstand das war, kommt heute dann doch die Auflösung – ein Windlicht mit Glasbruchmuster. Zugegeben, ein recht glücklich gewählter Gegenstand, bei dem es mir sehr leicht fällt tausende Fotos zu machen. Bisher sind sicherlich schon fast 500 Fotos entstanden (der größte Teil schon wieder gelöscht). Hier die schönsten Ergebnisse von heute (in meinen Augen).

Windlicht Windlicht Windlicht
Windlicht
Windlicht Windlicht Windlicht Windlicht
Windlicht Windlicht Windlicht Windlicht

Die meisten Fotos sind wieder durch Bewegung der Kamera und Fokusveränderungen entstanden. Die unterschiedlichen Farben kommen durch Weißabgleichmanipulation und Farbanpassung der “Kameraeinstellungen” zustande (dazu schreibe ich eventuell später mal einen Artikel). Die letzten vier Fotos sind meine Lieblinge in dieser Reihe. Aber auch die 10 und 11 mag ich sehr (nein – bei denen wollte ich nichts schreiben). Auf alle Fälle braucht es eine ganze Reihe von Versuchen, bis man mitbekommt wie man interessante Muster auf den Sensor bekommt.

Ich versuche übrigens davon wegzukommen, ständig kurz vor Mitternacht zu posten. Ich hoffe, in den nächsten Tagen gelingt mir der “Umstieg” auf zivilisiertere Zeiten :D

Einhundertundein Gesicht

Samstag, 3. April 2010 - Torsten Winkler

Bevor der Osterhase kommt und euch die Eier bringt, will ich schnell noch die versprochene Aufgabe/Übung einstellen. Ich hoffe, sie findet trotz der Osterfeierlichkeiten eure Aufmerksamkeit.

Aufgabe: Suche dir einen beliebigen Gegenstand und fotografiere diesen in möglichst vielen Variationen. Wenn dir nach einigen Fotos keine Ideen mehr kommen, mach noch mindestens 20 weitere Fotos.

Diese Aufgabe dient dazu, dass du dich (ähnlich wie bei 30 min im Bad) mit einem Motiv länger auseinandersetzt. Für manchen wird der Gegenstand nach 5 Fotos “erschöpft” sein und für andere ist nach hunderten Fotos immer noch kein Ende in Sicht. Versuche zu variieren und dabei mit kleinen Veränderungen z.B. in der Positionierung des Gegenstands im Bild zu arbeiten. Oder versuche unterschiedliche Perspektiven, unterschiedliche Lichtsituationen etc. Wie siehst du den Gegenstand im Alltag und wie hast du ihn noch nie gesehen? Du kannst dich dabei auf den Gegenstand beschränken oder ihn auch in einem Umfeld zeigen.

Wichtig ist, dass du nicht aufhörst, wenn die Ideen nicht mehr sprudeln. Denn trotzdem wirst du immer neue Wege finden den Gegenstand zu fotografieren, wenn du einfach weiter fotografierst. Das gibt zwar einen kleinen Motivationsdämpfer (“Mir fällt nichts mehr ein, ich will aufhören”), doch für gewöhnlich kommt nach einer Weile wieder ein Hoch (“Na DAS versuche ich jetzt noch …”). Verwende unterschiedliche Blendeneinstellungen, oder versuche den Gegenstand auch einmal unscharf darzustellen. Am Ende betrachte die Ergebnisse und schau dir an, was für dich am besten wirkt. Welches Bild stellt für dich den Gegenstand am besten dar?

Ich habe mich heute entsprechend der Aufgabe ausgetobt, zumindest kann meine Art die Fotos zu machen so hineininterpretiert werden. Vielleicht inspirieren euch meine Bilder ja dazu, ein bisschen über die Grenzen des “Normalen” zu gehen.

Was tippt ihr, was war der von mir benutze Gegenstand? Bin mal gespannt, ob jemand drauf kommt :) Auf alle Fälle sind die heutigen Fotos für mich die schönsten und bewegendsten, die ich in den letzten Wochen aufgenommen habe.