‘Flora und Fauna’ Kategorie-Archiv

Nochmal Noriblätter

Sonntag, 25. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Es gab beim letzten Artikel (klick) einige Nachfragen. Nori ist eine (große) Algenart, deren Blätter werden geerntet, geschreddert und dann (unter anderem) zu dünnen Platten verpresst. Aus diesen werden dann die grünlich-bräunlichen Umhüllungen für Sushi gemacht. Im trockenen Zustand habe ich diese Blätter/Platten dann durchleuchtet und etwas experimentiert.

Gleich als erstes hatte ich die “glühende Lava” erhalten. Um farblich eine weitere Dimension in die Aufnahme zu bekommen habe ich dann noch mit einer Taschenlampe experimentiert und die durchleuchteten Blätter aus unterschiedlichen Winkeln und Abständen von oben ausgeleuchtet. So kam etwas von der grünlichen Farbe ins Spiel und zugleich bekam die “Lava” eine Oberfläche. Für all diejenigen, die es interessiert, habe ich mal den Aufbau skizziert – eigentlich total simpel: Blitz hinlegen und nach oben zeigen lassen, Blätter drauf und mit der Kamera in den Blitz fotografieren. Je nach Einstellungen habe ich dann die unterschiedlichen Effekte erreicht.

Neue Topmodels im Zoo

Sonntag, 20. November 2011 - Torsten Winkler

Vor einiger Zeit wurde ich endlich mal wieder in den Zoo ausgeführt. Und da meine Fotofreundin das Gondwanaland im Leipziger Zoo noch nicht kannte, war dies unser Hauptziel. Zu meiner Überraschung hatte es sich seit meinem ersten Besuch deutlich verändert. Die Pflanzen wachsen wie verrückt und da freue ich mich schon darauf, den Leipziger Regenwald in einem oder zwei Jahren zu sehen. Doch am meisten habe ich mich über die neue Attraktion gefreut – die Totenkopfäffchen. Ich finde es total genial, dass die Tierchen immer wieder mal ganz nah herankommen und auf Tuchfühlung mit den Besuchern gehen können. Ok, letzteres wird von den Zoolotsen verhindert (im Notfall mit Wassersprühflaschen) – ist aber auch klar, weil die Äffchen klauen und alles kosten wollen.

Doch davon mal abgesehen – mit ein bisschen Geduld kommt man als Fotografierender sehr sehr nahe an die Totenkopfäffchen heran – ohne störende Gitter oder Glasscheiben! Einfach genial. Die Kleinen sind jedoch meist so schnell, dass man große Probleme hat den Überblick, den Fokus und die Bildkomposition im Blick zu behalten. Die meisten Bilder sind daher Ausschuss, doch es gibt ein paar dabei, die schon recht ordentlich sind. Mit etwas Übung (die ich hoffentlich noch bekomme), ist das Potenzial für großartige Fotos gegeben.

Nach einigen “wenigen” Fotos meinte ein Lotse zu mir, ob das denn nicht genügend Fotos waren. “Nicht wirklich” war meine Antwort. Und das auf alle Fälle auch auf lange Sicht …

100% Nebel

Donnerstag, 3. November 2011 - Torsten Winkler

Bei meinem zweiten Versuch, morgens Nebel am Cospudener See zu erwischen, hatte ich vollen Erfolg – 100% Nebel. Dick und träge hing er in der Landschaft. Das Problem dabei – der von mir erhoffte Effekt mit durch den Nebel brechender aufgehender Sonne kam nicht zustande. Der Nebel war einfach zu stark und anhaltend. Es blieb mir also nichts anderes übrig, als mit den Karten zu spielen, die ich auf die Hand bekommen hatte. Und was für ein Spiel das war!

Die Fahrt auf dem Rad an diesem Morgen war eine Herausforderung für sich und ich war kurz davor aufzugeben. Zum einen war es noch dunkel, der Nebel verschleierte die Sicht und das Fahrradlicht brachte fast mehr Nachteile als es half (der angestrahlte Nebel wurde zu einer milchig-weißen Wand). Ich konnte kaum 5 m vorausschauen vorausahnen. Und zu anderen beschlug meine Brille binnen weniger Minuten derart, dass ich noch weniger sehen konnte und ohne sehe ich zu wenig zum Fahren. Es war nicht lustig.

Der dichte Nebel hatte aber einen tollen Nebeneffekt. Den Tieren ging es nämlich nicht viel anders als mir. Ok, die haben kein Fahrradlicht und auch keine Brillen – doch auch ihre Sinne waren deutlich eingeschränkt. Weder Sicht, noch Gehör und wohl auch der Geruchsinn waren voll funktionsfähig. An diesem Morgen sah ich 2 Rehe (die gleichen, wie ein zwei Tage zuvor – klick), 2 Schwäne, einen Haubentaucher und 2 Fassane, Unmengen kleine Fische – alles in meiner direkten Umgebung. Man lies sich auch kaum von meiner Anwesenheit beeindrucken. Schön :) So hatte ich das am Cospudener See noch nicht erlebt.

Das Fotografieren ging angenehm gut – die Kontraste sind im Nebel so gering, dass nahezu alle Töne beieinander liegen. Wie man an den Ergebnissen erkennt, habe ich recht viel herumexperimentiert (erkennbar an den unterschiedlichen Stilen, die bei den Fotos herausgekommen sind). Ich hatte auch mit dem Gold’n'Blue-Filter experimentiert (Bild 2), doch so ganz war ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Dafür aber mit dem flügelschlagenden Schwan umso mehr.

Mein absoluter Favorit ist Bild Nr. 6. Ich mag total, wie die Blätter scharf geworden sind und trotzdem über allem dieser Schleier liegt. In dieser Richtung will ich gern noch mehr machen. Seither ist der Nebel aber nicht mehr so freundlich zu mir gewesen – wenn Nebel war, hatte ich keine Zeit oder wenn ich Zeit hatte, war kein Nebel. Ich bin aber zuversichtlich, dass es nicht meine letzten Fotos im Nebel gewesen sind.

Ein magischer Morgen

Freitag, 28. Oktober 2011 - Torsten Winkler

Ich kann es kaum glauben, aber es ist schon wieder einen ganzen Monat her, dass ich auf der Jagd nach morgendlichem Nebel die taugetränkten Wiesen am Cospudener See durchstreift habe. Nebel war an diesem Morgen fast kaum zu sehen und die von mir erhofften Bilder konnte ich bei diesem Ausflug nicht machen (ich war an einem anderen Tag erfolgreicher – das kommt alles in naher Zukunft). So unbefriedigt wollte ich nicht nach Hause fahren, nachdem ich 5Uhr aufgestanden und durch die finstere Nacht geradelt war. Zwei Rehe hoppelten über den Weg und schienen sich schon über mich lustig zu machen … Da blieb mir nur, meine ursprüngliche Idee fallen zu lassen, und mich der aufgehenden Sonne zu widmen.

Schon nach wenigen Schritten in der Wiese war mir klar – heute bleibt nichts trocken. Jeder Halm, jedes Blatt, jedes Spinnweben war bis zur äußersten mit Tautropfen behängt. Und die aufgehende Sonne verwandelte jeden dieser Tropfen in einen funkelnden Edelstein. Zum Glück war es noch recht warm und so spührte ich die Nässe kaum … ich war in einer glitzernden Zauberwelt versunken:

Dieses morgendliche Erlebnis gehört mit zu einem der schönsten, die ich in den letzten Jahren hatte – es war ruhig, magisch und einfach faszinierend. Ich habe noch ein paar weitere zauberhafte Fotos mit Bäumen gemacht, doch die gibt es beim nächsten mal zu sehen …

Neue Werkzeuge

Sonntag, 28. August 2011 - Torsten Winkler

Als Fotografierer brauche ich die richtigen Werkzeuge, um gut und effektiv zu arbeiten. Und um das zu erreichen, was ich erreichen möchte. Die Werkzeuge, die ich benutze sind wichtig, für meine Ergebnisse. Doch trotz allem sind die Werkzeuge nicht das Wichtigste.

Unter Fotobegeisterten herrscht oft eine merkwürdige Einstellung: „Deine Kamera [Objektiv oder dergleichen] macht aber tolle Bilder!“ Und in unserer „Szene“ wird das oft so akzeptiert. Doch wenn man dieses Bild mal auf andere Bereiche überträgt, stellt man fest, wie dumm diese Einstellung wirklich ist. Sagt man zum Kunstschmied „Ihr Hammer macht aber schöne Verzierungen“? Oder zum Chirurgen „Ihr Skalpell operiert aber klasse“? Oder zum Autor „Ihre Schreibmaschine schreibt aber spannende Bücher“? Ich glaube nirgends sonst würde man bei solchen Aussagen ohne Blessuren davonkommen – nur in der Fotografie.

Klar kann ich durch dieses oder jene Ausrüstungsteil meinen Fotos einen anderen Look verleihen. Doch ich muss immer noch wissen, wie ich es anzuwenden habe. Und wann und wann besser nicht. Ich muss mein Werkzeug kennen und dann entsprechend anwenden. Das braucht Zeit und Übung.

Doch nun zurück zum Thema. Ich habe mir neue Werkzeuge zugelegt. Zum einen habe ich jetzt Lightroom 3 und zum anderen einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir einen Gold-N-Blue-Polarizer zugelegt.

Lightroom 3

Ich liebe Lightroom. Die neue Version ist noch besser geworden und macht mein fotografisches Leben um so viel leichter. Früher hatte ich meine Fotos in Photoshop bearbeitet. Durch mein Studium kenne ich Photoshop seit fast 15 Jahren und ich kenne mich darin ziemlich gut aus. Nicht zuletzt, weil ich seit 20 Jahren mit Grafikprogrammen arbeite. Doch Fotos in Photoshop zu bearbeiten ist zeitraubend und man kann sich hier und da verzetteln und 3 Stunden später schaut man auf die Uhr und das Bild ist immer noch nicht fertig. Außerdem werden die Dateien GROSS. Mir reicht es, dass meine RAW-Dateien über 20MB Platz belegen, doch als TIFF in Photoshop wird aus jeder Version schnell 100MB und mehr. Nervig!

Lightroom ist dagegen ein wahrer Segen. Es ist nicht so komplex wie Photoshop. Bei der Bearbeitung werden die Dateien nicht wirklich größer und selbst wenn man 5 verschiedene Versionen eines Bilds erstellt, bleibt es bei einer Datei mit dem gleichen Speicherbedarf wie das Ausgangsbild [Die Bearbeitungsschritte werden im XML-Format gespeichert und sind somit in einer Art Textdatei, die nur minimalen Platz benötigt.] Und die Bearbeitung geht schnell und lässt sich einfach auf andere Bilder übertragen. Und dann gibt es da noch die ganzen Archivierungssachen … Es ist einfach ein tolles Werkzeug.

Wenn man erfolgreichen Fotografen zuhört, hört man immer öfter, dass sie ihre Bilder nicht mehr in Photoshop bearbeiten. So viele Profis nutzen nur noch Lightroom (oder Aperture). Man hört auch oft heraus (und ich empfinde das ebenso), dass man sich in Lightroom mehr als Fotograf fühlt, während in Photoshop ist man eher ein Pixelnerd (jemand, der den ganzen Tag – und meist auch die Nacht – in Photoshop verbringt und eigentlich nur noch ein Fotobearbeiter ist).

Gold-N-Blue Polarizer

Seit ich vor ca. 1 ½ Jahren auf die Singh-Ray Filter aufmerksam geworden bin, habe ich mir den Gold-N-Blue-Polarizer gewünscht. Das ist ein Polarisationsfilter, der das Licht je nach Polarisationsausrichtung in gelbliche oder bläuliche Farbtöne umwandelt. Mit einem Dreh wird aus polarisiertem Licht Gold oder Blau. Es ist einfach begeisternd, was damit möglich ist. Damit erhalte ich über die Farbstimmung eine unglaubliche Kontrolle. Ich werde genaue Beispiele davon bei Gelegenheit posten, doch damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, was alles möglich ist – schaut mal auf der Webseite von Singh-Ray vorbei. Es ist einfach beeindruckend und meine ersten Tests haben mir diesen Eindruck noch zementiert. Übrigens muss ich noch erwähnen, dass Singh-Ray wirklich flott ist. Keine 70 Stunden, nach meiner Bestellung hatte ich das Paket aus den USA in meinen Händen. Das schaffen viele deutsche Anbieter nicht mal! [Nein, ich ziehe keine Vorteile aus dieser "Werbung".]

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Meine Fotos heute …

Am Abend, als ich mein neues Spielzeug bekommen hatte, musste ich natürlich losziehen, um es auszuprobieren. Leider hatte ich mich in der Zeit vertan und war viel zu spät dran. Doch als ich an einem Damm mit weidenden Schafen vor der untergehenden Sonne vorbei fuhr, musste ich Halt machen. Bis ich jedoch meine Kamera draußen und mich durchs Gestrüpp an die Schafe gepirscht hatte, war leider schon einiges der Stimmung flöten gegangen. Auch hatte sich der Winkel ungünstig verändert – ich war dann näher am Damm und konnte somit nicht mehr den Horizont sehen.

Trotzdem konnte ich etwas der Sonnenuntergangsstimmung einfangen und mit meinem Gold-N-Blue Filter sogar noch verstärken. Ich kann schon mal versprechen, dass es noch viele Bilder geben wird, die ich mit diesem interessanten Werkzeug aufnehmen werde.