Als Fotografierer brauche ich die richtigen Werkzeuge, um gut und effektiv zu arbeiten. Und um das zu erreichen, was ich erreichen möchte. Die Werkzeuge, die ich benutze sind wichtig, für meine Ergebnisse. Doch trotz allem sind die Werkzeuge nicht das Wichtigste.
Unter Fotobegeisterten herrscht oft eine merkwürdige Einstellung: „Deine Kamera [Objektiv oder dergleichen] macht aber tolle Bilder!“ Und in unserer „Szene“ wird das oft so akzeptiert. Doch wenn man dieses Bild mal auf andere Bereiche überträgt, stellt man fest, wie dumm diese Einstellung wirklich ist. Sagt man zum Kunstschmied „Ihr Hammer macht aber schöne Verzierungen“? Oder zum Chirurgen „Ihr Skalpell operiert aber klasse“? Oder zum Autor „Ihre Schreibmaschine schreibt aber spannende Bücher“? Ich glaube nirgends sonst würde man bei solchen Aussagen ohne Blessuren davonkommen – nur in der Fotografie.
Klar kann ich durch dieses oder jene Ausrüstungsteil meinen Fotos einen anderen Look verleihen. Doch ich muss immer noch wissen, wie ich es anzuwenden habe. Und wann und wann besser nicht. Ich muss mein Werkzeug kennen und dann entsprechend anwenden. Das braucht Zeit und Übung.
Doch nun zurück zum Thema. Ich habe mir neue Werkzeuge zugelegt. Zum einen habe ich jetzt Lightroom 3 und zum anderen einen lang gehegten Wunsch erfüllt und mir einen Gold-N-Blue-Polarizer zugelegt.
Lightroom 3
Ich liebe Lightroom. Die neue Version ist noch besser geworden und macht mein fotografisches Leben um so viel leichter. Früher hatte ich meine Fotos in Photoshop bearbeitet. Durch mein Studium kenne ich Photoshop seit fast 15 Jahren und ich kenne mich darin ziemlich gut aus. Nicht zuletzt, weil ich seit 20 Jahren mit Grafikprogrammen arbeite. Doch Fotos in Photoshop zu bearbeiten ist zeitraubend und man kann sich hier und da verzetteln und 3 Stunden später schaut man auf die Uhr und das Bild ist immer noch nicht fertig. Außerdem werden die Dateien GROSS. Mir reicht es, dass meine RAW-Dateien über 20MB Platz belegen, doch als TIFF in Photoshop wird aus jeder Version schnell 100MB und mehr. Nervig!
Lightroom ist dagegen ein wahrer Segen. Es ist nicht so komplex wie Photoshop. Bei der Bearbeitung werden die Dateien nicht wirklich größer und selbst wenn man 5 verschiedene Versionen eines Bilds erstellt, bleibt es bei einer Datei mit dem gleichen Speicherbedarf wie das Ausgangsbild [Die Bearbeitungsschritte werden im XML-Format gespeichert und sind somit in einer Art Textdatei, die nur minimalen Platz benötigt.] Und die Bearbeitung geht schnell und lässt sich einfach auf andere Bilder übertragen. Und dann gibt es da noch die ganzen Archivierungssachen … Es ist einfach ein tolles Werkzeug.
Wenn man erfolgreichen Fotografen zuhört, hört man immer öfter, dass sie ihre Bilder nicht mehr in Photoshop bearbeiten. So viele Profis nutzen nur noch Lightroom (oder Aperture). Man hört auch oft heraus (und ich empfinde das ebenso), dass man sich in Lightroom mehr als Fotograf fühlt, während in Photoshop ist man eher ein Pixelnerd (jemand, der den ganzen Tag – und meist auch die Nacht – in Photoshop verbringt und eigentlich nur noch ein Fotobearbeiter ist).
Gold-N-Blue Polarizer
Seit ich vor ca. 1 ½ Jahren auf die Singh-Ray Filter aufmerksam geworden bin, habe ich mir den Gold-N-Blue-Polarizer gewünscht. Das ist ein Polarisationsfilter, der das Licht je nach Polarisationsausrichtung in gelbliche oder bläuliche Farbtöne umwandelt. Mit einem Dreh wird aus polarisiertem Licht Gold oder Blau. Es ist einfach begeisternd, was damit möglich ist. Damit erhalte ich über die Farbstimmung eine unglaubliche Kontrolle. Ich werde genaue Beispiele davon bei Gelegenheit posten, doch damit ihr euch ein Bild davon machen könnt, was alles möglich ist – schaut mal auf der Webseite von Singh-Ray vorbei. Es ist einfach beeindruckend und meine ersten Tests haben mir diesen Eindruck noch zementiert. Übrigens muss ich noch erwähnen, dass Singh-Ray wirklich flott ist. Keine 70 Stunden, nach meiner Bestellung hatte ich das Paket aus den USA in meinen Händen. Das schaffen viele deutsche Anbieter nicht mal! [Nein, ich ziehe keine Vorteile aus dieser "Werbung".]
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Meine Fotos heute …
Am Abend, als ich mein neues Spielzeug bekommen hatte, musste ich natürlich losziehen, um es auszuprobieren. Leider hatte ich mich in der Zeit vertan und war viel zu spät dran. Doch als ich an einem Damm mit weidenden Schafen vor der untergehenden Sonne vorbei fuhr, musste ich Halt machen. Bis ich jedoch meine Kamera draußen und mich durchs Gestrüpp an die Schafe gepirscht hatte, war leider schon einiges der Stimmung flöten gegangen. Auch hatte sich der Winkel ungünstig verändert – ich war dann näher am Damm und konnte somit nicht mehr den Horizont sehen.
Trotzdem konnte ich etwas der Sonnenuntergangsstimmung einfangen und mit meinem Gold-N-Blue Filter sogar noch verstärken. Ich kann schon mal versprechen, dass es noch viele Bilder geben wird, die ich mit diesem interessanten Werkzeug aufnehmen werde.