‘Abstrakt’ Kategorie-Archiv

Nochmal Noriblätter

Sonntag, 25. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Es gab beim letzten Artikel (klick) einige Nachfragen. Nori ist eine (große) Algenart, deren Blätter werden geerntet, geschreddert und dann (unter anderem) zu dünnen Platten verpresst. Aus diesen werden dann die grünlich-bräunlichen Umhüllungen für Sushi gemacht. Im trockenen Zustand habe ich diese Blätter/Platten dann durchleuchtet und etwas experimentiert.

Gleich als erstes hatte ich die “glühende Lava” erhalten. Um farblich eine weitere Dimension in die Aufnahme zu bekommen habe ich dann noch mit einer Taschenlampe experimentiert und die durchleuchteten Blätter aus unterschiedlichen Winkeln und Abständen von oben ausgeleuchtet. So kam etwas von der grünlichen Farbe ins Spiel und zugleich bekam die “Lava” eine Oberfläche. Für all diejenigen, die es interessiert, habe ich mal den Aufbau skizziert – eigentlich total simpel: Blitz hinlegen und nach oben zeigen lassen, Blätter drauf und mit der Kamera in den Blitz fotografieren. Je nach Einstellungen habe ich dann die unterschiedlichen Effekte erreicht.

Noch nicht für die Tonne

Freitag, 9. Dezember 2011 - Torsten Winkler

Während ich noch in Ehrfurcht vor der Anzahl der tollen CO2- und Morgennebelfotos erstarrt scheine (dieses Jahr zeige ich die aber noch!), geht es aber trotzdem weiter. Diesmal hat sich eine Idee in ein Experiment verwandelt, dass dann zu interessanten Ergebnissen führte.

Beim Aufräumen sind mir in der Küche ein paar alte Nori Blätter in die Hände gefallen. Weit jenseits vom Haltbarkeitsdatum und auch nicht mehr ganz frisch aussehend, sollten sie schon in den Müll wandern. Doch dann kam mir die Idee, die Strukturen der Blätter im Durchlicht zu fotografieren. Natürlich wusste ich nicht, wie es genau aussehen wird, doch mittlerweile habe ich ein recht gutes Gespür für derlei Sachen entwickelt. Und schon nach einigen Versuchen war klar, dass ich mal wieder einen guten Riecher hatte.

Es ist erstaunlich, wie sehr mich einige Bilder an Höhlenmalereien erinnern, während andere doch mehr wie Mikroskop Aufnahmen merkwürdiger Bakterienkulturen aussehen. Bei einigen könnte es auch Herbstlaub sein, das dargestellt ist. Wenn man sich einige Bilder genauer ansieht, findet man Gesichter, Figuren und Fabelwesen. Eigentlich genau diese Qualitäten sollten abstrakte Fotos haben – man findet seine eigenen Interpretationen.

Mehr als nur ein paar Zahlen

Mittwoch, 9. November 2011 - Torsten Winkler

Dies ist nun mein 301. Blogbeitrag. Ich hatte die 300 zum Anlass genommen, mir mal ein paar Gedanken zu meinem Weg zu machen. Dabei sind mir ein paar Dinge klar geworden und die sind gar nicht so uninteressant.

Wenn man in einer Sache richtig gut werden will, braucht man etwa 10.000 Stunden intensive Übung (hängt natürlich von der Sache ab und wie man sich damit beschäftigt). Nach meiner sehr zurückhaltenden Rechnung habe ich mittlerweile in der Fotografie die 5.000er Marke weit überschritten: Für die mittlerweile ca. 60.000 Fotos, die ich in meinem Leben schon gemacht habe, brauchte ich grob geschätzt 1.000 Stunden (rein die Zeit zum Aufnehmen der Fotos). Bildbearbeitung mache ich seit vielen Jahren und vorsichtig geschätzt kommen da 2.000 Stunden zusammen. Auf weitere 2.000 Stunden komme ich mit dem Durcharbeiten von Büchern und Schauen von Videos zum Thema Fotografie. Und mit meinem Blog, den Kommentierungen auf anderen Blogs etc. komme ich auch nochmal auf 500 Stunden. Dabei sind noch nicht Fotokurse, Dunkelkammerarbeit, Gespräche, Fotogruppe und dergleichen enthalten. Ebenfalls ist in dieser Rechnung nicht mit drin, dass ich im Studium und Berufsleben mit Gestaltung/Layout und dergleichen zu tun hatte/habe.

Die Zahl der mittlerweile ca. 60.000 Fotos, die ich in meinem Leben gemacht habe, finde ich auch recht beeindruckend. [Natürlich hat Masse nichts direkt mit Klasse zu tun!] Dabei existieren gerade aus meinen analog-Zeiten leider nur noch wenige Bilder – doch selbst die nehmen noch genügend Platz weg (nicht auszudenken, wenn meine digitalen Bilder auch so viel Platz bräuchten).

Und dann ist mir bewusst geworden, dass ich in den letzten 3 Jahren tatsächlich über ein Viertel meines Einkommens in Fotografie gesteckt habe. Ich musste dafür zwar auf eine ganze Reihe Sachen verzichten, doch für mein Hobby nehme ich das gern in Kauf.

Was ich damit sagen will ist, dass ich an einem bestimmten Punkt die Entscheidung getroffen habe, in der Fotografie richtig gut zu werden. Und ich meine richtig gut. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich mich den nötigen Schritten gestellt und mein Leben so gestaltet, dass als logische Konsequenz mein Ziel gar nicht vermeidbar ist. Wenn ich jetzt mal so auf meinen bisherigen Weg zurückblicke, dann habe ich schon ein ordentliches Stück hinter mir – und noch viel Spannenderes liegt vor mir. Und ich weiß genau, dass selbst bei 10.000 Stunden nicht Schluss ist – im Endeffekt geht es da dann erst richtig los.

Ressourcen aktualisiert

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens auch mal meine Ressourcen-Seite (klick) auf den aktuellen Stand gebracht. Zumindest sind jetzt alle neuen Quellen aufgenommen und im Laufe der Zeit schreibe ich zu den einzelnen Titeln auch eine kurze Auswertung. In meinen Regalen sieht es gar nicht so extrem aus, doch als ich alles auf einem Stapel hatte, war das doch schon ganz schön viel. Und das obwohl eine ganze Reihe meiner Ressourcen ja nur in digitaler Form (die e-Books) oder auf dünnen Scheiben (DVDs etc.) vorliegen.

Meine Fotos heute …

Heute möchte ich anfangen, Bilder aus einer Reihe von Fotos zu zeigen, die mich über alle Maßen faszinieren. Ich werde dazu noch einen extra Beitrag schreiben, daher gibt’s jetzt auch keine weiteren Infos.

Von diesen drei Fotos ist für mich Nr. 1 mein Favorit. Doch ich habe noch eine unüberschaubare Menge an Bildern in dieser Richtung, dass selbst die Nr. 1 nur eines unter vielen ist. Keine Angst – ich werde nicht alle zeigen, bzw. es kommen schon noch einige …

Warum so kritisch?

Freitag, 24. Juni 2011 - Torsten Winkler

In der letzten Zeit hatte ich wieder einige Erlebnisse, die mich ins Grübeln gebracht haben. Allzu oft werde ich als Herumkritisierender gesehen, der an allem etwas auszusetzen hat. Da werde ich als Tomatenwerfer bezeichnet und mir wird vorgeworfen, dass es keiner Fähigkeit bedarf etwas kaputtzureden. Aus dem Augenwinkel betrachtet mag dies so erscheinen. Doch ich finde da werden einige Punkte übersehen.

Ich bin als Dipl. Ing der Verlagsherstellung (FH) ausgebildet, Qualitätsmängel schnell und sicher zu erkennen. Eine der Grundsäulen des Berufs Hersteller (neudeutsch auch Productioner) ist es, fertige Druckerzeugnisse dahingehend zu prüfen, was an Fehlern bei der Produktion entstanden ist, um dann genau mit dem Finger drauf zeigen zu können und den Verursacher festzunageln. Ich sehe daher von Haus aus (meist) viel mehr Mängel, als die meisten Profifotografen.

Nun ist die Sache so, dass ich weiß, dass technische Fehler jedem unterlaufen. Fehler passieren, man zeigt sie auf und dann wird dran gearbeitet diese abzustellen. Kein Problem. In der Fotografie ist es ein klein wenig anders. Die Mehrzahl der Fotografen erkennt viele technische Fehler nicht und wenn es niemand aufzeigt, wird in alle Ewigkeit der gleiche Fehler weiter und weiter gemacht.

Wir sind alle Menschen und jeder macht Fehler. Ein Leben ohne Fehler ist nicht möglich. Lernen ohne Fehler zu machen ist nicht möglich. Das Voranschreiten der Menschheit ist ohne Fehler nicht möglich. Wichtig ist doch nur, dass wir aus Fehlern lernen. Aus eigenen (ist am effektivsten) oder aus denen anderer. Doch lernen kann man nur, wenn man die Fehler erkennt.

Ich erinnere mich an einige Erlebnisse, wo ich mit einem Foto so zufrieden war und stolz und … ja es war wahrscheinlich das beste Foto der Welt. Als ich es meinem Kursleiter gezeigt hatte und auf überschwängliche Begeisterung gefasst war – kam nur ein „nicht schlecht, doch schau mal: hier und da und dort“. Umpf … was für ein herber Rückschlag! Natürlich fühlt es sich nicht toll an, wenn man auf Fehler hingewiesen wird. Das kratzt am Ego. Doch da muss man einfach die langfristige Perspektive sehen. Der Fehler, den ich jetzt gemacht habe und auf den ich hingewiesen wurde, ist der Punkt an dem ich mich verbessern kann und damit wachsen. Dem ersten niedergeschlagenen Gefühl sollten bald jubilierende folgen. Wenn ich in einer fremden Stadt unterwegs bin und mich verlaufen habe und mir dann jemand den rechten Weg weist, dann freue ich mich doch und bin nicht sauer.

Der nächste Punkt ist, dass ich der Überzeugung bin, dass bestimmte Begriffe auch eine bestimmte Bedeutung haben. Wenn mir jemand erzählen will, dass eine zufällige Anordnung etwas mit Design zu tun hat, dann muss ich da einfach widersprechen. [Design ist eine bewusste Ordnung von Elementen und bedarf einer geistigen Vorarbeit – Zufall oder desinteressiertes Handeln ist kein Design] Und ganz besonders kritisch werde ich, wenn jemand als Künstler hingestellt wird. Sei es durch die Aufnahme in eine Galerie oder in eine Publikation zum Thema Kunst oder was auch immer. Kunst spielt in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Die Gesellschaft hat es Künstlern ermöglicht ihre Werke zu schaffen. Sie sorgt dafür, dass diese mehr oder weniger in Ruhe arbeiten können und sich nicht auf Nahrungssuche gehen müssen. Sie erhalten Schutz und müssen nicht ihr Dorf verteidigen etc. Doch als Gegenleistung müssen sie etwas erbringen, das nur sie können. Sie schaffen neue Ideen, entwickeln Visionen die Generationen beflügeln oder Motivieren auf eine Weise, wie nur Künstler es können. Als eine geistige Elite bringen sie die Gesellschaft voran.

Und wenn nun jemand daherkommt, eine aus Faulheit und Bequemlichkeit motivierte Arbeit schafft – sich also nicht einmal bemüht, dann hat er die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft nicht verstanden und muss für diesen schäbigen Betrugsversuch aus dem Dorf gejagt werden. Wer also glaubt, Werke in einer Ausstellung hängen zu haben reicht aus, um sich als Künstler zu sehen, der hat sich geirrt. Nur weil ich auf einer Straße laufe bin ich auch noch lange kein Auto. Die Beweihräucherung, die in „Künstlerkreisen“ mitunter erfolgt wird von mir immer kritisiert werden – und zwar auf eine begründete Weise. Die Gesellschaft kommt nicht weiter, wenn wir jedes Häufchen, das ein Möchtegernkünstler macht, in Bewunderungsstarre anbeten. Daher gehe ich mit Künstlern hart ins Gericht, wenn ich ihre Legitimität bezweifle. Und ein Foto in einer Kunstausstellung mit Mängeln wird von mir gnadenlos „zerrissen“.

Ich fasse mal zusammen:
1. Wenn ich eine Kritik äußere, dann liegt es meist daran, dass ich gewohnt bin Dinge zu sehen, die anderen entgehen. Wenn man im Bus sitzt und sieht, dass der Fahrer sich verfährt, dann ist es nach meiner Ansicht besser, etwas zu sagen, als dazusitzen und den Fahrer fürs richtige Blinken zu loben. Diese Art der Kritik äußere ich, da ich der Meinung bin, dass jeder jeden nach seinen Möglichkeiten unterstützen sollte, damit wir insgesamt wachsen können. Mir fallen vielleicht diese Fehler auf, jemand anderem fallen andere Fehler bei mir auf. Wenn jeder schweigt und es für sich behält geht es nirgends vorwärts.

2. Wenn mir von jemandem Kunst präsentiert wird, die handwerkliche Mängel aufweist, dann ist dies Betrug am Betrachter (und damit auch ein Betrugsversuch an mir) und dagegen werde ich immer einschreiten. Kunst sollte immer eine herausragende Leistung sein und nicht nur ein halbgewalkter Versuch.

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Als Fotos möchte ich heute ein paar neue Ergebnisse aus meinen Verwackelungsstudien zeigen. Dabei habe ich mir diesmal wieder glitzernde und schimmernde Gegenstände gesucht, um mit den bei der Lichtbrechung entstehenden Farben zu spielen.

Mir gefallen die Nr. 6 und 11 und 12 am besten. Wer mich kennt – ich bin für jede Kritik offen. Also sagt gern eure Meinung zu meinen Fotos :)

 

Der Stein der Bunten

Montag, 30. Mai 2011 - Torsten Winkler

Wie ich ja schon angekündigt hatte, will ich heute den mysteriösen Stein vorstellen, der mich mit seiner Farbigkeit so fasziniert. An einigen Stellen ist er transluzent, an anderen sind Einschlüsse von anderen Steinen und in allem gibt es eine ganze Reihe von Luftbläschen. Mit den kräftigen Farben kann ich mir nur die Geschichte zusammenreimen, dass es menschlichen Ursprungs ist. Macht auch Sinn, da ich die Steine im Park Muskau gefunden habe und dort eventuell Abfälle von Handwerkern gelandet sind, die fürs Schloß diverse Verzierungen hergestellt haben. Sicherlich würde sich dort eine Ausgrabung lohnen und weitere farbige Steine hervorbringen.

Ich mag vor allem die Nr. 5, weil mir vom ersten Anblick des Steins an, ein Bild von einer fantastischen Märchenlandschaft mit Mond und dergleichen vorschwebte – die Nr. 5 kommt dem am nächsten.