Monatsarchiv Juni, 2011

Ein Wachstumsschub?

Dienstag, 28. Juni 2011 - Torsten Winkler

Bei mir ist derzeit eine ganze Menge in Bewegung und ich kann es noch nicht so wirklich in Worte fassen. Die Ausstellung (klick), einige Gespräche im und um den Fotoclub, meine berufliche Weiterentwicklung (ich werde zu gegebener Zeit berichten) und diverse andere Dinge haben meine Selbstwahrnehmung in den letzten Wochen deutlich verändert. Ist es eine weitere Stufe des Wachstums? Schon möglich. Der eine oder andere Perspektivwechsel deutet darauf hin. Doch wie soll man das beschreiben?

Es ist wie wenn man ein Puzzle löst und auf einmal sind alle Teile deutlich größer geworden – nicht dass es dadurch einfacher wird, nur es ist irgendwie ganz anders. Zum einen hat sich der Blick auf meine eigene Fotografie gewandelt. Wenn ich bisher meine Fotos eher als durchschnittlich angesehen habe, so kristallisiert sich immer mehr ein Kern an Bildern heraus, die ich für gut halte. Und darunter sind durchaus auch Bilder, die ich vor über einem Jahr gemacht habe. Ich selber sehe sie ja prinzipell erstmal sehr kritisch und bin nie richtig zufrieden. Doch durch einige Ereignisse bewerte ich bestimmte Sachen nicht mehr so kritisch zweifelnd.

Auch was ich in den letzten Monaten an Büchern durchgearbeitet habe führt zu immer größeren Erkenntnissprüngen. Nur scheint es mir, dass diese zu groß sind, als dass ich sie so einfach in einen Artikel pressen könnte. Mir kommt es so vor, als sollte ich über einigen Dingen noch eine Weile brüten, bevor sie schlüpfen dürfen. Doch auf der anderen Seite will ich nicht auf faulen Eiern sitzen bleiben ;)

Das nur mal so als kleiner Einblick in meine derzeitige Situation. Vielleicht ist es auch einfach die Vorfreude auf die Vernissage am Donnerstag, die mir den Kopf etwas vernebelt. Wir werden sehen … über die eine oder andere Sache werde ich garantiert in der nächsten Zeit schreiben …

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Wenn man die Zukunft nicht klar genug erkennen kann, dann lohnt sich ein Blick in die Vergangenheit. Ich habe noch einige alte Dias auf Lager, die ich euch gern zeigen möchte. Dieses Mal sind es Fotos von einer Italienreise (Toscana). Und soweit mich meine grauen Zellen noch lieb haben, müsste es im Jahr 1996 gewesen sein, dass diese Fotos entstanden sind.

Die Bilder bringen in mir diese Reise wieder zum Leben. Und es wächst meine Lust, die Toskana wieder zu besuchen. Ich hoffe das wird sich in nicht allzu ferner Zukunft ergeben.

[Nachtrag: In den Kommentaren wurde das chillige Siena erwähnt - da hab ich auch noch ein halbwegs passendes Foto vergessen zu posten: Selbstportrait auf dem Piazza del Campo :) ]

Warum so kritisch?

Freitag, 24. Juni 2011 - Torsten Winkler

In der letzten Zeit hatte ich wieder einige Erlebnisse, die mich ins Grübeln gebracht haben. Allzu oft werde ich als Herumkritisierender gesehen, der an allem etwas auszusetzen hat. Da werde ich als Tomatenwerfer bezeichnet und mir wird vorgeworfen, dass es keiner Fähigkeit bedarf etwas kaputtzureden. Aus dem Augenwinkel betrachtet mag dies so erscheinen. Doch ich finde da werden einige Punkte übersehen.

Ich bin als Dipl. Ing der Verlagsherstellung (FH) ausgebildet, Qualitätsmängel schnell und sicher zu erkennen. Eine der Grundsäulen des Berufs Hersteller (neudeutsch auch Productioner) ist es, fertige Druckerzeugnisse dahingehend zu prüfen, was an Fehlern bei der Produktion entstanden ist, um dann genau mit dem Finger drauf zeigen zu können und den Verursacher festzunageln. Ich sehe daher von Haus aus (meist) viel mehr Mängel, als die meisten Profifotografen.

Nun ist die Sache so, dass ich weiß, dass technische Fehler jedem unterlaufen. Fehler passieren, man zeigt sie auf und dann wird dran gearbeitet diese abzustellen. Kein Problem. In der Fotografie ist es ein klein wenig anders. Die Mehrzahl der Fotografen erkennt viele technische Fehler nicht und wenn es niemand aufzeigt, wird in alle Ewigkeit der gleiche Fehler weiter und weiter gemacht.

Wir sind alle Menschen und jeder macht Fehler. Ein Leben ohne Fehler ist nicht möglich. Lernen ohne Fehler zu machen ist nicht möglich. Das Voranschreiten der Menschheit ist ohne Fehler nicht möglich. Wichtig ist doch nur, dass wir aus Fehlern lernen. Aus eigenen (ist am effektivsten) oder aus denen anderer. Doch lernen kann man nur, wenn man die Fehler erkennt.

Ich erinnere mich an einige Erlebnisse, wo ich mit einem Foto so zufrieden war und stolz und … ja es war wahrscheinlich das beste Foto der Welt. Als ich es meinem Kursleiter gezeigt hatte und auf überschwängliche Begeisterung gefasst war – kam nur ein „nicht schlecht, doch schau mal: hier und da und dort“. Umpf … was für ein herber Rückschlag! Natürlich fühlt es sich nicht toll an, wenn man auf Fehler hingewiesen wird. Das kratzt am Ego. Doch da muss man einfach die langfristige Perspektive sehen. Der Fehler, den ich jetzt gemacht habe und auf den ich hingewiesen wurde, ist der Punkt an dem ich mich verbessern kann und damit wachsen. Dem ersten niedergeschlagenen Gefühl sollten bald jubilierende folgen. Wenn ich in einer fremden Stadt unterwegs bin und mich verlaufen habe und mir dann jemand den rechten Weg weist, dann freue ich mich doch und bin nicht sauer.

Der nächste Punkt ist, dass ich der Überzeugung bin, dass bestimmte Begriffe auch eine bestimmte Bedeutung haben. Wenn mir jemand erzählen will, dass eine zufällige Anordnung etwas mit Design zu tun hat, dann muss ich da einfach widersprechen. [Design ist eine bewusste Ordnung von Elementen und bedarf einer geistigen Vorarbeit – Zufall oder desinteressiertes Handeln ist kein Design] Und ganz besonders kritisch werde ich, wenn jemand als Künstler hingestellt wird. Sei es durch die Aufnahme in eine Galerie oder in eine Publikation zum Thema Kunst oder was auch immer. Kunst spielt in der Menschheitsgeschichte eine bedeutende Rolle. Die Gesellschaft hat es Künstlern ermöglicht ihre Werke zu schaffen. Sie sorgt dafür, dass diese mehr oder weniger in Ruhe arbeiten können und sich nicht auf Nahrungssuche gehen müssen. Sie erhalten Schutz und müssen nicht ihr Dorf verteidigen etc. Doch als Gegenleistung müssen sie etwas erbringen, das nur sie können. Sie schaffen neue Ideen, entwickeln Visionen die Generationen beflügeln oder Motivieren auf eine Weise, wie nur Künstler es können. Als eine geistige Elite bringen sie die Gesellschaft voran.

Und wenn nun jemand daherkommt, eine aus Faulheit und Bequemlichkeit motivierte Arbeit schafft – sich also nicht einmal bemüht, dann hat er die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft nicht verstanden und muss für diesen schäbigen Betrugsversuch aus dem Dorf gejagt werden. Wer also glaubt, Werke in einer Ausstellung hängen zu haben reicht aus, um sich als Künstler zu sehen, der hat sich geirrt. Nur weil ich auf einer Straße laufe bin ich auch noch lange kein Auto. Die Beweihräucherung, die in „Künstlerkreisen“ mitunter erfolgt wird von mir immer kritisiert werden – und zwar auf eine begründete Weise. Die Gesellschaft kommt nicht weiter, wenn wir jedes Häufchen, das ein Möchtegernkünstler macht, in Bewunderungsstarre anbeten. Daher gehe ich mit Künstlern hart ins Gericht, wenn ich ihre Legitimität bezweifle. Und ein Foto in einer Kunstausstellung mit Mängeln wird von mir gnadenlos „zerrissen“.

Ich fasse mal zusammen:
1. Wenn ich eine Kritik äußere, dann liegt es meist daran, dass ich gewohnt bin Dinge zu sehen, die anderen entgehen. Wenn man im Bus sitzt und sieht, dass der Fahrer sich verfährt, dann ist es nach meiner Ansicht besser, etwas zu sagen, als dazusitzen und den Fahrer fürs richtige Blinken zu loben. Diese Art der Kritik äußere ich, da ich der Meinung bin, dass jeder jeden nach seinen Möglichkeiten unterstützen sollte, damit wir insgesamt wachsen können. Mir fallen vielleicht diese Fehler auf, jemand anderem fallen andere Fehler bei mir auf. Wenn jeder schweigt und es für sich behält geht es nirgends vorwärts.

2. Wenn mir von jemandem Kunst präsentiert wird, die handwerkliche Mängel aufweist, dann ist dies Betrug am Betrachter (und damit auch ein Betrugsversuch an mir) und dagegen werde ich immer einschreiten. Kunst sollte immer eine herausragende Leistung sein und nicht nur ein halbgewalkter Versuch.

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Als Fotos möchte ich heute ein paar neue Ergebnisse aus meinen Verwackelungsstudien zeigen. Dabei habe ich mir diesmal wieder glitzernde und schimmernde Gegenstände gesucht, um mit den bei der Lichtbrechung entstehenden Farben zu spielen.

Mir gefallen die Nr. 6 und 11 und 12 am besten. Wer mich kennt – ich bin für jede Kritik offen. Also sagt gern eure Meinung zu meinen Fotos :)

 

Als rasender Reporter unterwegs

Mittwoch, 22. Juni 2011 - Torsten Winkler

Heute gab es ein kurzes, aber kräftiges Unwetter über Leipzig. Und während ich mit meiner Mitbewohnerin in unserer Logia stand und wir uns angesehen haben, wie stark sich die Birken im Hinterhof neigten, passierte das wahre Spektakel auf der anderen Hausseite. Als ich aus dem Fenster blickte, fehlte irgendwie etwas … irgendwas war anders. Eine der Linden in unserer Straße fehlte. Ok, sie fehlte natürlich nicht, sondern sie lag in der Horizontalen. Auf einigen Autos.

Und was macht man als Fotografierender in so einer Situation? Man schnappt sich die Kamera und wird Reporter. Schließlich passiert es nicht alle Tage, dass einfach mal ein Baum vorm Haus umknickt. [Mein erster Griff war natürlich zum Telefon - doch als ich gesehen hab, dass ein Radfahrer am Telefonieren war, konnte ich mir dies sparen. Es gab auch keine Anzeichen für Personenschäden - es gibt immer noch Dinge, die wichtiger sind als Fotos!] So gut es ging, habe ich mich im noch recht ordentlichen Regen ans Dokumentieren gemacht und bin recht froh, dass meine Ausrüstung doch recht wetterfest ist (mehr als ich!). Ich war übrigens einer der ersten am Ort des Geschehens – nur eine Digitalkamera war vor mir am Werk. Und damit war ich auch deutlich schneller als das lokale Fernsehen.

Doch was nützen die besten Fotos von aktuellen Ereignissen, wenn sie dann niemand sieht? Also die LVZ-Online-Redaktion angeschrieben und Bilder gemailt. Etwas später gabs die Anfrage für größere Bilder und schwupps – meine Bilder stehen nun auf LVZ-Online.

Mittlerweile hat die Feuerwehr die Räumungsarbeiten eingestellt und die Straße ist auch nicht mehr gesperrt. Leider bleibt eine klaffende Lücke vor meinem Fenster, da nun ein Baum weniger auf der anderen Straßenseite zu sehen ist.

Beim Fotografieren fand ich die Szene mit dem Stadtrundfahrtbuss sehr interessant – Unwettertouristen, kaum das der Baum liegt. “Und hier sehen sie ganz brandaktuell die neuesten Sturmschäden …” Hoffen wir, dass es bei kleineren Sachschäden geblieben ist und alle heil zuhause angekommen sind.

[Nachtrag: Wie ich in den Kommentaren verlinkt habe, sind die Bilder 3 und auch 2 von der Presse in sehr ähnlichen Varianten verwendet worden. Da ich aus vielen Bildern diese 3 ausgewählt habe und gemacht hatte bevor irgendjemand von der Presse erschienen ist, zeigt mir, dass ich die Situationen recht gut einschätzen kann und fast schon recht professionell die interessanten Fotos finden kann. :) Das ist zumindest mein Schluss aus dieser Aktion. Wenn ich bei dpa oder dapd arbeiten würde, hätte ich vielleicht sogar Fotos an die Presse verkaufen können ... also beinahe fast ;) ]

Wolkenjagd

Samstag, 18. Juni 2011 - Torsten Winkler

Ich mag Wolken. Und ganz besonders mag ich es, wenn weiße Wolken vor tiefblauem Himmel stehen. In der Natur kommt das nicht ganz so vor, wie ich mir das wünsche und daher neige ich in meinen Wolkenfotos gern zum Übertreiben. Als ich gestern in der Logia saß und beim Lesen feststellte, dass ich lange keine Wolken mehr fotografierthabe und gerade die tollsten Wolken vor meiner Nase vorbeizogen – da musste ich die Kamera dazu holen und einige Wolken einfangen.

Momentan versuche ich noch herauszufinden, wie ich es hinbekomme, bei den Fotos ein sattes, kräftiges und doch dunkles Blau zu bekommen, ohne das es kitschig bunt wirkt. Trotz einiger Erfahrung und Übung bin ich noch nicht ganz da angelangt, wo ich hin will. Doch wer mich kennt, weiß, dass ich da wohl nie hinkommen werde – irgendwas ist immer noch nicht ganz exakt so, wie ich es mir vorstelle :)

Doch gerade im Vergleich zu meinen älternen Fotos fällt mir ein deutlicher Unterschied auf. Nebeneinander gehalten wirken viele ältere Wolkenfotos fast schon kunterbunt. Momentan finde ich das Naheschwarz-Blau deutlich treffender.

Fotos Fotoclubabend Juni 2011

Mittwoch, 15. Juni 2011 - Torsten Winkler

Gestern war wieder ein Treffen unseres Fotoclubs und ich hatte versprochen, mich diesmal um die fotografische Dokumentation des Abends zu kümmern. Natürlich hätte ich diese Aufgabe beinahe über den interessanten Diskussionen vergessen. Zum Glück nur beinahe. Da ich mein Zoomobjektiv nicht dabei hatte, blieb mir nicht viel als Alternative und so musste mein 17mm Weitwinkel für die Fotos herhalten. Man möge die entsprechenden Verzerrungen gnädig übersehen.

Gruppenfotos sind ein recht schwieriges Unterfangen. Zumindest finde ich, dass es keine leichte Aufgabe ist, eine Gruppe so abzubilden, dass es interessant aussieht und allen Abgebildeten gerecht wird. Nun waren die Fotos keine richtigen Gruppenbilder, doch es sind Bilder von unserer Gruppe (es waren nicht alle da) und damit sind es ja auch irgendwie Gruppenbilder. Von ein paar Kleinigkeiten abgesehen bin ich recht zufrieden mit den Ergebnissen. Darauf lässt sich aufbauen.

Und noch eine Information für Interessierte: Für die Vernissage unserer Ausstellung “Bilder der Schöpfung” am 30.6.2011 um 17 Uhr im Leukämiezentrum der Universitätsklinik Leipzig in der Johannisallee 32 a ist nun der offizielle Flyer in den Druck gegangen. Wer möchte, kann sich das PDF herunterladen (und an alle Freunde und Bekannte verschicken). Hier der Link zum offiziellen Ausstellungsflyer Bilder der Schöpfung (ca. 2,2 MB). Der Flyertext stammt aus meiner Feder, das Bild mit den drei Erdmännchen wieder von Fotoclubmitglied Rolf Steyernagel. Die Flyerveröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Universitätsklinik Leipzig.