Nun ist es schon eine ganze Weile her, dass ich über meine Vision geschrieben habe. Zwischenzeitlich hatte ich diesen Artikel schon geschrieben, jedoch ging der in eine völlig andere Richtung als ich das wollte. Daher sitze ich jetzt noch mal dran und schreibe zielgerichteter.
Während sich der erste Artikel zur Natur des Menschen in der Vision hinter meiner Fotografie mit dem spirituellen Wesen befasst hat, geht es diesmal um einen fast schon rein wissenschaftlichen Gesichtspunkt.
Für mich funktionieren die Menschen nach bestimmten Prinzipien. Wir nehmen Informationen auf und verarbeiten diese, um dann daraus Schlüsse zu ziehen. Z. B.: Meine Hand wird warm. Das tut ja weh! Ah! Ich habe schon wieder auf die Herdplatte gefasst. Diese Aufnahme und Verarbeitung funktioniert meist ohne unser Wissen (also unbewusst), damit wir uns schnell in unserer Umgebung zurechtfinden, Gefahren entgehen und Nützliches (Futter, Unterschlupf etc.) finden können. Und dafür haben sich in Millionen von Jahren sinnvolle, schnelle Prinzipien ausgebildet, die uns unser Überleben sichern.
Wenn man nun einige dieser Prinzipien kennt und versteht, kann man sich diese zu nutze machen. Nehmen wir ein Beispiel. Warum ist Schärfe in Fotos für die meisten Betrachter so wichtig? Dies liegt an der Funktionsweise unserer Wahrnehmung. Wir haben unter anderem ein hocheffizientes System, was sich rein auf das Erkennen von Konturen spezialisiert hat. Dieses System meldet uns wo große Kontraste auf kleinstem Raum (sprich: eine Kontur/Linie) auftreten. Es ist extrem schnell, arbeitet unter widrigen Umständen (sogar bei minimalem Licht) und basiert nur auf Hell/Dunkel Unterschieden (kennt also keine Farben). Mit diesem System erkennt das Gehirn, wo sich etwas im Raum befindet. Wenn keine scharfen Konturen vorhanden sind, fehlen dem Gehirn also wichtige Informationen.
Aus diesem Grund werden unscharfe Bilder schnell als solche erkannt und als mangelhaft bewertet. Es ist auch der Grund dafür, dass bei einem Bild mit unscharfem Hintergrund, aber scharfem Hauptmotiv, das scharfe Motiv besonders heraus sticht. Im unscharfen Bereich fehlt dem Gehirn ein kompletter Teil des Wahrnehmungssystems, um etwas zu erkennen. Und dann kommt der Bereich wo plötzlich eine Vielzahl mehr an Informationen geliefert werden kann. Wie eine Oase in der Wüste erblüht sozusagen das scharfe Motiv für unser Gehirn.
Nun reicht es aus, diesen Effekt zu kennen, ohne die genauen Hintergründe zu wissen. Jedoch mit dem Verständnis für diese Hintergründe, ergeben sich neue Möglichkeiten oder Ansätze (zumindest theoretisch). Und man kann sich auf diesen Effekt dann auch verlassen, weil er bei jedem (gesunden) Menschen hundertprozentig funktioniert.
Zurück zu meiner Vision. Der Mensch funktioniert also zum großen Teil nach bestimmten Prinzipien, gerade was die Wahrnehmung betrifft. Wenn man diese Prinzipien zur Hilfe nimmt, hat man eine „Verständigungsbasis“, eine Art Grundsprache, mit der man mit allen Betrachtern verlässlich kommunizieren kann. Natürlich heißt das nicht, dass dann auch jedem gefällt, was man kommuniziert. Aber wie man etwas sieht, ist kein zufälliger Prozess. Und wenn ich weiß, welchen Weg der Betrachter meiner Bilder geht, dann kann ich diesen Weg so gestalten, dass er das sieht, was ich zeigen wollte.
PS: Ich bin natürlich noch weit davon entfernt, diese Angelegenheit gut umzusetzen oder anwenden zu können. Ich bin aber auf der Suche und lerne so gut ich kann …
PPS: Der Großteil der hier niedergeschriebenen Informationen zu unserem Wahrnehmungssystem stammt aus „Vision and Art. The Biology of Seeing“.
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Heute will ich endlich mal meine Specksteinfiguren vorstellen. Wie mit Knete habe ich mich auch schon mit Speckstein früher etwas beschäftigt und wollte das mal wieder probieren. Und natürlich macht es immer noch Spaß. Da ich aber keine Ahnung von Bildhauerei habe, musste ich mal ein bisschen rumprobieren. Im Endeffekt habe ich wohl mehr geschnitzt als gebildhauert (oder wie heißt das?). Im übrigen sind die Augenlöcher mit Nachtleucht-Fimo gefüllt, so dass die Figuren ein Gesicht bekommen.
Das 1-Cent-Stück habe ich für den Maßstab dazugelegt. Für den Hund habe ich zum ersten Mal die Technik der Bildhauer angewendet, wo man auf den rohen Block die Umrisse aufzeichnet und dann herausarbeitet. Leider ist der Stein nicht so fest, dass ich noch feinere Formen ausarbeiten konnte – ein Stück Schwanz war schon abgebrochen und ein Bein zeigt auch schon einen Riss. Naja … es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.
Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Euer Torsten Winkler